Aus der NWZ vom 14.01.2012
Vor zehn Jahren wurde die Tierschutz-Kooperation im Kreis Göppingen
geschlossen. Die Mitgliedsverbände fordern jetzt mehr Geld.
Die Vorstände der drei Tierschutzvereine im Landkreis - Geislingen-Türkheim,
Göppingen und der Katzenschutz Donzdorf - trafen sich in Süßen im "Löwen", wo
zehn Jahre zuvor die viel beachtete Kooperation der Vereine besiegelt wurde.
Gleichwohl hatte man nicht sehr viel Zeit zu feiern, war doch ein strammes
Arbeitsprogramm vorgegeben. Auch der Vorsitzende des Landestierschutzverbandes,
Herbert Lawo aus Reutlingen, nahm an der Sitzung teil.
Einen Teil der Veranstaltung nahm die Präsentation durch den Sprecher der
Kooperation, Carl Friedrich Giese ein, der unter anderem die Verteilung der
Fundtierkostenerstattung innerhalb der Tierschutz-Gemeinschaft erläuterte. Dies
war notwendig geworden, weil alle Vorstandsmitglieder aus Geislingen - Jutta
Köhler-Tattje, Roland Weida und Schatzmeister Sebastian Drexler - neu in ihre
Ämter gewählt worden waren. Giese erinnerte dann auch an das Entstehen der
kreisweiten Kooperation, der einzelne, jedoch für alle Beteiligten
unbefriedigende Vereinbarungen mit verschiedenen Gemeinden vorausgegangen waren.
Um zur Unterstützung der Tierheimarbeit mit Fundtieren Geld aus dem Topf der
Hundesteuereinnahmen der Gemeinden zu bekommen, waren die Bürgermeister an einer
kreisweit einheitlichen Regelung interessiert.
Der Begriff Zusammenarbeit beziehungsweise "Kooperation" fiel erstmalig in
einem Gespräch mit Bürgermeister Hans-Peter Zaunseder aus Gammelshausen.
Daraufhin fanden etliche Gespräche zwischen Eberhard Neubrand vom
Tierschutzverein Göppingen und Carl Friedrich Giese vom Katzenschutz Donzdorf
statt, um die Modalitäten einer Zusammenarbeit abzuklären.
Der Donzdorfer Vereinschef arbeitete dann die Verträge aus, zum einen für die
Kooperationspartner untereinander und zum andern die Vereinbarungen. Nicht
zugestimmt hatten damals die Bürgermeister dem Wunsch der Tierheime nach einer
Beteiligung von 16 Prozent an den Hundesteuereinnahmen. Die Tierschutzvereine
erhalten bis heute lediglich zehn Prozent dieser Einnahmen, mit denen - je nach
Tierheimstruktur - etwa 30 bis 50 Prozent der tatsächlich anfallenden
Fundtierkosten abgedeckt werden können.
In den zurückliegenden zehn Jahren hat sich nach Ansicht der Vereinsvertreter
die Erkenntnis durchgesetzt, dass es zu der Tierschutz- Kooperation im Landkreis
Göppingen keine Alternative gibt, weil keines der Tierheime alleine in der Lage
wäre, alle Not leidenden Tiere dieser Region aufzunehmen. Weil die Unterbringung
von Fundtieren im Kreis erfolgreich geregelt ist, unternehmen die Organisationen
nun den Versuch, an mehr Geld aus dem Hundesteuertopf zu kommen.
An die Bürgermeister und Gemeinderäte appellieren sie, den Anteil von zehn
Prozent zu erhöhen. Mit den Mehreinnahmen soll der Betrieb der Tierheime
abgesichert werden. Bei steigenden Tieraufnahmezahlen und ebenso rasant
steigenden Energiekosten und anderen Ausgaben wären die 16 Prozent jetzt
angebracht, so die Tierschutz-Vertreter.