Aus der NWZ vom 17.12.2011
Göppingen. Hunde, die von ihren Besitzern ausgesetzt wurden, finden im
Tierheim eine neue Bleibe. Über die Schicksale der Vierbeiner können sich
Besucher bei der Tierheim-Weihnacht informieren.
Lenny ist einer von vielen. Der Mischling wurde angebunden an einem Zaun
gefunden. In der Nähe lagen eine Tüte mit Hundefutter und ein Zettel, auf dem
stand: "Liebe Finder, bitte kümmern Sie sich liebevoll um den kleinen Lenny."
Die engagierten Mitarbeiter im Göppinger Tierheim haben Lenny aufgenommen und
gepflegt. Jetzt gehört der Vierbeiner zu den Hunden, die in liebe Hände
abgegeben werden sollen. Ebenso wie Lea. Auch sie wurde in diesem Sommer
ausgesetzt. Angebunden an einem Baum, dabei ein Zettel, auf dem stand: "Zum
Mitnehmen". Der Finder brachte die Hündin ins Tierheim.
Für Eberhard Neubrand, den Vorsitzenden des Göppinger Tierschutzvereins, sind
Lea und Lenny nur zwei Fälle, die seit den Sommerferien ihn und seine
Mitstreiter beschäftigen. "Oft", so weiß Neubrand, "werden im Sommer die Tiere
ausgesetzt, die an Weihnachten zuvor geschenkt worden sind." Der Tierschützer
ist deshalb der Meinung, dass ein Tiergeschenk zum Fest gut überlegt sein
sollte. Anders als Sachgeschenke brauchen Tiere Zuneigung, Ansprache und Zeit.
Und letztlich kosten Tiere auch Geld. Zu Futter und Hundesteuer kommen auch
immer wieder Tierarztrechnungen. Schnell fühlen sich Menschen, die sich oder
ihren Kinder zu Weihnachten eine "tierische Freude" machen wollten, überfordert
und setzen das Tier zur Urlaubszeit dann aus. Neubrand schlägt vor, sich vor dem
Kauf eines Tieres genau zu erkundigen, wie groß der Pflege- und Zeitaufwand, den
es erfordert, wirklich ist und ob man selbst bereit ist, diese Zeit zu
investieren. Über die Schicksale von Lenny und Lea informieren die
Tierheim-Mitarbeiter auch morgen, Sonntag, zwischen 11 und 17 Uhr bei der
Tierheim-Weihnacht, zu der die Bevölkerung eingeladen ist.
Aus dem Göppinger Tierheim gibt es zu Weihnachten aber auch gute Nachrichten
zu vermelden. Der Neubau des Katzenhauses geht seiner Vollendung entgegen. Im
Frühjahr soll das Haus eingeweiht werden. Zudem gibt es Neuigkeiten von Yagmur.
Die junge Kangal-Hündin war mit einem schweren Hüftleiden im Tierheim von ihrem
Besitzer abgegeben worden. Die notwendige Operation an dem Hund sollte 3000 Euro
kosten.
Geld, das der Tierschutzverein nicht hatte. Auf Grund des Spendenaufrufs in
der NWZ fanden sich jedoch Tierfreunde, die für die OP-Kosten zusammengelegt
haben. "Wir sind überwältigt von der großen Hilfsbereitschaft und möchten uns
bei allen recht herzlich bedanken, die uns durch ihre Spende bei der
Finanzierung der schwierigen und aufwendigen Hüft-OP unterstützt haben",
schrieben die Tierheim-Mitarbeiter an die NWZ. Am 22. September wurde Yagmur in
der Tierklinik Dr. Neuhofer in Ulm operiert. Die Abschlussuntersuchung fand am
21. November statt.
Yagmurs Genesung schreitet nach anfänglichen Problemen - die OP-Wunden
wollten nicht heilen - nun gut voran. Zu ihrem Glück fehlt der jungen Hündin nur
noch ein geeignetes neues Zuhause bei lieben Menschen.
Info Spenden an den Tierschutzverein Göppingen können auf folgende Konten
überwiesen werden: Volksbank, Konto 332535002, BLZ 61060500 oder Kreissparkasse,
Konto 144533, BLZ 61050000.