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Tierschutzverein Göppingen und Umgebung e.V.
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18.12.2009 Hund in den Müll geworfen

Hund in den Müll geworfen

Artikel vom Donnerstag; 18.12.2009 aus SÜDWEST AKTIV

NWZ - Neue Württembergische Zeitung

Göppingen. Ein kranker Yorkshire-Terrier, der am Göppinger Bahnhof von seinem Besitzer in einen Container geworfen wurde, empört die Tierschützer. Der kleine Vierbeiner konnte in letzter Minute gerettet werden.

Die Mitarbeiter vom Tierschutzverein Göppingen haben schon viel erlebt. Aber dass ein schwer kranker Hund achtlos in einem Container entsorgt wird, darüber sind sie allesamt hellauf empört. Die Tat ereignete sich vor wenigen Wochen am Göppinger Bahnhof. Dort hörten Passanten aus einem Müllcontainer bei einem Schnellrestaurant das Jaulen des Yorkshireterriers. Sie alarmierten Mitarbeiter des Lokals und retteten das total verstörte und verängstigte Tier. Ein Fall für die Göppinger Tierschützer. Sie nahmen sich des kleinen Hundes an. Die medizinische Untersuchung ergab, dass der Vierbeiner schwer krank war. Mehrere Geschwüre machten ihm das Leben schwer. Der Vorsitzende des Göppinger Tierschutzvereins, Eberhard Neubrand, vermutet, dass dem Besitzer die notwendige Operation des Hundes zu teuer gewesen wäre und er deshalb auf diese Art und Weise entsorgt wurde. Knapp 600 Euro hat der Tierschutzverein für die OP beim Tierarzt berappt und damit das Leben des kleinen Vierbeiners gerettet. Liebevoll haben die Tierheim-Helfer den Kleinen hochgepäppelt und konnten ihn dann einer Pflegefamilie übergeben. Neubrand findet für das Verhalten des Hundesbesitzers keine Worte. "Es ist unglaublich, wie Menschen mit einem Tier umgehen."
Der Fall mache für ihn, Neubrand, wieder deutlich, dass die Anschaffung eines Tieres nicht vorschnell und unüberlegt erfolgen sollte. Mit Blick auf das bevorstehende Weihnachtsfest warnt der Chef der Göppinger Tierschutzes deshalb auch davor, Katze, Kanarienvogel oder Hund zu verschenken. Neubrand rät allen Eltern, erst nach der Hektik und dem Trubel der Weihnachtsfeiertage in ein Tierheim zu gehen und sich nach einem passenden Haustier umzusehen. "Kinder müssen sich ein Bild von einem Tier machen, bevor es ins Haus kommt." Viele an Weihnachten verschenkte Tiere landeten oft wieder im Heim. Neubrand wies darauf hin, dass mit einem Tier viele Umstände verbunden sind. "Die zunächst putzigen Tierchen brauchen viel Pflege und Auslauf, Tierarztkosten sind teuer und können zu einer Belastung werden, ein erster Streichelkontakt im Tierheim sollte abklären, ob in der Familie eventuell eine Allergie gegen Tiere vorliegt." Neubrand rät dazu, den Erwerb eines Haustieres sorgfältig zu planen, sich beim Tierschutzverein eingehend zu informieren und am besten vorab einmal mit einem tierischen Familienmitglied auf Probe zu wohnen. Tiere und neue Besitzer sollten sich füreinander Zeit zum Kennenlernen nehmen. "Das ist im Trubel der Weihnachtsfeiertage gar nicht möglich und führt nur zu doppeltem Stress für das Tier." Neubrand warnte eindringlich vor exotischen Tiergeschenken wie Schlangen oder Amphibien. Selbst die Haltung eines Aquariums bereite viel Arbeit. Grundsätzlich sollten sich alle Tierfreunde vor der Anschaffung eines Haustieres fragen, welches Tier zu welchen Bedingungen und Kosten infrage komme. "Dazu gehört auch ein Blick in den Mietvertrag, denn viele Vermieter verbieten das Halten von Haustieren", sagt Neubrand. Am Sonntag veranstaltet der Tierschutzverein im Göppinger Tierheim ein Weihnachtsfest mit Bescherung für Hunde und Kinder. Von 11 bis 17 Uhr ist das Tierheim für Besucher geöffnet. Gegen 13.30 Uhr ist die Vorstellung der Tierheim-Hunde geplant. Für Bewirtung ist ebenfalls gesorgt.

Schon im Vorfeld der Weihnachtsveranstaltung konnte sich der Tierschutzverein über eine willkommene Hilfe freuen: Drei vollgeladene Paletten Hundefutter im Wert von rund 1800 Euro konnte der Verein vom "Fressnapf"-Markt Eislingen entgegennehmen. "Da das Tierheim dringend Unterstützung braucht, freuen wir uns, helfen zu können", sagt Walter Banzhaf, Inhaber des Fressnapf-Marktes Eislingen. Auch bei den Mitarbeitern des Tierheims, das zum Tierschutzverein gehört, war die Freude über den Futterberg groß. Sie betreuen derzeit rund 160 Tiere, darunter Hunde, Katzen und Kleintiere. "Gerade jetzt zur kalten Winterzeit erhöhen sich unsere Strom- und Heizkosten enorm. Da freuen wir uns sehr über jeden Cent, den wir dank der großzügigen Futterspende von Fressnapf einsparen können", erzählt der Vorsitzende des Vereins, Eberhard Neubrand.
Das Göppinger Tierheim hat im vergangenen Jahr 1168 Tiere betreut. Allein die notwendigen Tierarztrechnungen beliefen sich auf rund 40 000 Euro. Ungeachtet der laufenden Kosten will der Verein den geplanten Bau des neuen Katzenhauses nicht aus den Augen verlieren. Für dieses dringend notwendige Vorhaben wird derzeit jeder Euro gesammelt.

Info
Spendenkonten: Volksbank Göppingen, Kontonummer 332 535 002, Kreissparkasse Göppingen, Kontonummer 144 533.


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