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Tierschutzverein Göppingen und Umgebung e.V.
Träger des Tierheims »Ulrich Schol« |
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Miri(am) und Tinka
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Tinka und Miri(am) im neuen Refugium
Nach der
schrecklichen Astgabel-Strangulierung unserer außergewöhnlich zutraulichen
Schildpatt-Dame Krimhild war uns klar, die schmerzlich entstandene Lücke alsbald
wieder zu füllen, um den infolge der ungewohnten Ruhe immer wieder aufwallenden
Schmerz durch eine neue Aufgabe etwas zu dämpfen. Auch tut unserem nun schon
12jährigen Kater Rudi eine Aufmunterung durch eine Gefährtin ganz gut. So zog es
uns ins Göppinger Tierheim. Im Hinblick auf die Vielzahl an schnurrbereiten
Insassinnen dauerte es geraume Zeit, bis wir durch den gezielten Hinweis von
Frau Regel ganz hinten in der Ecke einer Kratzbaum-Box das höchst scheue
Tricolor-Fräulein Miriam - kurz Miri - entdeckten. Sie war zwar zunächst nur zu
"händischer" Kontaktaufnahme innerhalb ihrer Box bereit, schnurrte aber alsbald
schon intensiv. Zur Ausquartierung aus der sicheren Kratzbaum-Box erforderte es
dann allerdings den beherzten Zugriff von Frau Regel, bis die widerspenstige
Kleine schließlich im Transportkorb kauerte. Da wir uns bei der Wahl jedoch
nicht ganz einig geworden waren und uns auch noch in die graue und mit über 1½
Jahren Tierheim-Aufenthalt unumstrittenen "Heim-Langzeitpräsidentin" Tinka
verguckt hatten, folgten wir schließlich sowohl unserem Gefühl als auch dem
dezenten Hinweis, dass bei uns dank großflächiger Gartenumgebung und via
Katzenklappe ungehindertem Auslauf zweifellos auch drei Stubentiger Platz finden
könnten. So entschlossen wir uns, auch noch der wegen ihrer bei
Tierheimbesucher-Stippvisiten nicht spürbaren Zugänglichkeit bisher stets
sitzengebliebenen Tinka ein neues Zuhause zu geben.
Beide Ebersbacher
Neubürgerinnen zogen es im neuen Heim unverzüglich vor, sich in nicht einsehbare
Winkel zurückzuziehen. Tinka logierte die ersten zehn Tage überwiegend in der
hintersten Ecke des Keller-Schuhregals. Miri war zwei Tage lang völlig
unsichtbar - indes nahmen Fressen sowie Wasser ab, und die Katzentoilette wurde
stets gut benützt, ohne dass unser Kater Rudi dazu beigetragen hatte. Durch
Zufall entdeckten wir Miris Versteck hinter dem Topfkarussell; doch am dritten
Tag zog die Kleine dann unters Bett im Schlafzimmer und anschließend in den
Katzeniglu um. Mittlerweile konnten wir dann Miri auch schon mal vorsichtig
berühren, und im Laufe der folgenden vier Wochen taute sie zunehmend auf. Wir
sind uns bewusst, dass man In solchen Phasen die Katze nie bedrängen darf,
sondern immer die Bereitschaft der Stubentiger zu ggf. sehr dezenten
Fortschritten akzeptieren muss. So etwas ist gewiss nichts für ungeduldig
fordernde Kinder! Noch viel mehr Umsicht erforderte es, das Vertrauen der
hübschen grauen Tinka zu gewinnen. Nach ihrem langen Schuhregal-Exil kam sie
schließlich in scheinbar unbeobachteten Momenten hypervorsichtig ans Tageslicht
und suchte sich in den oberen Geschossen mehrere sichtgeschützte Zufluchtsorte.
Irgendwann - vielleicht so nach fünf oder sechs Wochen - belegte sie schließlich
zeitweise auch einen Wohnzimmerstuhl vor dem Fernseher, von dem aus sie seither
begeistert Tiersendungen verfolgt, insbesondere, wenn darin andere Katzen,
Vögel, Mäuse, Erdmännchen usw. vorkommen. Manchmal steht sie dann sogar auf und
tippt mit der Pfote auf den Bildschirm. Nach Ablauf weiterer zwei Wochen
flüchtete sie auch beim Vorbeigehen nicht mehr jedes Mal panisch von diesem
mittlerweile fest von ihr beanspruchten "Thron". Indes vermieden wir es stets,
sie direkt anzusehen. So fasste auch Tinka in allerdings ganz kleinen Schritten
immer mehr Vertrauen und akzeptiert uns inzwischen offensichtlich sogar als ganz
passable Mitbewohner, an deren Füßen es sich gemütlich anlehnen lässt und von
denen man neben der Nahrungsversorgung auch durchaus wohltuende
Streicheleinheiten erschnurren kann. Stressfrei auf den Arm oder Schoß nehmen
war dagegen bei Tinka lange kein Thema; doch nach inzwischen fünf Monaten ist
sie immer weiter aufgetaut und hält es sogar schon einmal einige Minuten auf dem
Schoß aus. So sind wir sehr zuversichtlich, dass sich bei unserer grauen
Schmusebacke im Laufe der Zeit auch noch weitere Fortschritte zeigen, die auch
eventuell erforderliche Tierarztbesuche entspannen. Bei der kleinen bunten Miri
ging alles viel schneller; sie entpuppte sich als quirliges Fräulein, das
durchaus in der Lage ist, Kater Rudi und Tinka kräftig aufzumischen. Doch
inzwischen legten sich diese vielleicht auch etwas auf Ängstlichkeit basierenden
Überreaktionen bis auf seltene Ausrutscher. Eng benachbarte Schlafplätze zeugen
mittlerweile von einer neuen Gelassenheit im Umgang miteinander. Ansonsten
genügen dem der kleine Dreifarben-Wirbelwind zwei- oder höchstens dreimal am Tag
exakt 1,3 Streicheleinheiten mit abruptem Ende, und sonst lebt das zierliche
Mädchen am liebsten sein eigenes Leben mit ausgedehnten nächtlichen Exkursionen.
Inzwischen hat sie sogar schon den in unserer Wohngegend direkt bei den Häusern
umherstreifenden Fuchs attackiert. Ganz anders ist die graue Tinka gestrickt:
Sie hat sich total in Rudi verknallt und würde am liebsten stets dicht an seiner
Seite bleiben und ihren Kopf an ihm reiben. Allerdings teilt er diese Zuneigung
nicht in gleichem Maße, weil er in seinem Alter offenbar mehr die Ruhe schätzt.
Indes mauserte sich Tinka uns gegenüber zu einer erstaunlich verschmusten
Fellträgerin, die uns in zunehmendem Maße immer mehr von der ihr
entgegengebrachten Zuneigung zurückgibt und mittlerweile danach trachtet, im und
ums Haus herum möglichst oft in unserer Nähe zu bleiben. Unsere drei Racker
arrangierten sich im Verlauf von nun etwa fünf Monaten bestens miteinander und
tragen bei uns im Haus zu viel zusätzlicher Lebensqualität bei. Und wieder
einmal zeigt sich, dass auf freiwilliger Basis mit Gelassenheit und Geduld sehr
viel geht.
Die glücklichen Katzenpartner aus Ebersbach |
 Miri beim Relaxen
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 Miri in Ihrem Ecktresor
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 Tinka auf Ihrem Thron
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 Tinka auf Gartentour
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 Miri in Ihrem Revier
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 Tinka auf der Pirsch
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 Miri und Rudi bei der Mittagsruhe
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 Tinka mit Ihrem Schwarm Rudi
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