SOZIALES / Bei der Weihnachtsfeier im Göppinger Tierheim werden Vierbeiner
Vermittelt
Arme Hunde suchen neues
Zuhause
Scheidungswaisen und Modehunde landen am Ende in der
Tierherberge Trotz eisiger Kälte kamen gestern viele Besucher ins Tierheim an
der Öde, um schon mal Weihnachten vorzufeiern. Pressesprecherin Barbara Stangl
stellte Tierheimhunde und ihre Schicksale vor. Damit verbunden ist die Hoffnung,
dass sie ein neues Zuhause finden.
IRIS RUOSS
Viele Interessierte
hatten sich gestern aufgemacht, um im Göppinger Tierheim vorbeizuschauen. Eine
Weihnachtsfeier unter Gleichgesinnten stand auf dem Programm. Man muss Geld in
die Kasse des Tierheims spülen, um die vielen Vierbeiner zu versorgen, und
fleißige Hände hatten schon lang zuvor viele Weihnachtsbasteleien gefertigt, die
gestern an den Mann gebracht wurden.
Viele Neuzugänge im Heim
Aus dem Bewirtungszelt duftete
es ebenfalls sehr weihnachtlich, und für Bewirtung war bestens gesorgt. Das
wichtigste Anliegen der Tierheimmitarbeiter war allerdings die Vorstellungsrunde
ihrer Tierheimhunde. Viele große und kleine Hunde warten derzeit auf neue
Besitzer. "Wir haben zur Zeit sehr viele Neuzugänge", erzählte Barbara Stangl,
die zu jedem Hund auch dessen Lebensgeschichte verriet. Da gibt es Hunde, die
als Scheidungswaisen ins Tierheim gekommen sind oder auch rumänische
Straßenhunde, die aus ihrem ehemaligen Heimatland hierher geholt wurden um sie
dann wieder im Tierheim abzugeben. Sicher wird der eine oder andere Gast gestern
seinen Favoriten schon gefunden haben, allerdings gilt es gut zu überlegen,
bevor man sich einen Vierbeiner als neuen Hausgenossen zu sich holt. Viele der
Tierheimhunde haben schon einiges erlebt und sicher nicht gerade die Sonnenseite
des Lebens zu sehen bekommen. Schäferhunde und Rottweiler oder Mischlinge dieser
Rassen sind derzeit sehr viele im Tierheim untergebracht. "Gerade Rottweiler
sind im Moment in Mode", sagt Stangl. Diese nicht ganz einfach zu führende Rasse
stelle dann ihre Besitzer teilweise auf eine harte Machtprobe. Mit dem Ergebnis,
dass die Vierbeiner im Tierheim abgegeben würden, weil die Besitzer nicht mehr
mit ihnen zurecht kämen. Viele große Hunde mit extremer Körperkraft wurden
genauso gezeigt, wie die Vertreter kleinerer Rassen, die auf ein liebevolles
Plätzchen warten.
Rübezahl wartet immer noch
Auch die
langjährigen Tierheimbewohner kamen wieder zum Zug, sie warten sehnsüchtig auf
ein angenehmes Heim, um ihren Lebensabend zu verbringen. Rübezahl, der kleine,
12-jährige Mischlingsrüde ist ein Beispiel für einen betagten Hundesenior, der
noch gut einige Zeit Freude für seinen neuen Besitzer bedeuten könnte, den aber
auch nach mehreren Jahren Tierheimaufenthalt noch niemand haben wollte. Sehr
positiv bei der Hunderunde war die Erklärung zum jeweiligen Tier, zur
Vorgeschichte und den Schwierigkeiten, die auf neue Hundebesitzer zukommen
könnten. Dabei nahm Barbara Stangl kein Blatt vor den Mund, sondern schilderte
sehr genau, auf welche Probleme sich Interessenten einstellen müssen.