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17.02.2007 Ohne Bello zum Umzug

NWZ

Erscheinungsdatum: Samstag 17.02.2007

TIERSCHUTZ / Appell an Hundehalter
Ohne Bello zum Umzug

 


Warnt vor Gehörschäden bei Tieren: Hans Günther Märkle

GÖPPINGEN Der Tierschutzverein appelliert an alle Hundehalter und Organisatoren der Faschingsumzüge, ihre Vierbeiner nicht auf Fasnachtsveranstaltungen mitzunehmen und die Umzüge ohne Tiere zu besuchen. "Tiere erleiden auf Fasnachtsveranstaltungen wirkliche seelische Qualen und können bleibende Schäden des Gehörsinns davon tragen", macht der Vorsitzende des Göppinger Tierschutzvereins, Hans Günther Märkle, auf die Gefahr für die Tiere aufmerksam.

"Angesichts der unbegrenzten Möglichkeiten, Faschingsumzüge motivisch und thematisch zu gestalten, ist es auch jenseits des Tierschutzgedankens völlig unnötig, Tiere bei Fastnachtsveranstaltungen und Umzügen einzusetzen," so Hans Günther Märkle. "Der Lärm und die Vielzahl anderer Reize, die dort auf die Tiere einprasseln, sind für diese eine Tortur", so Märkle weiter. Leider werden auf Umzügen immer wieder Ziegen, Geißböcke, Schafe, ja selbst Ochsen mitgeführt. Der Verweis auf entsprechende Traditionen könne als Rechtfertigung nicht akzeptiert werden und ist außerdem historisch unwahr. Die Fastnacht von heute sei nämlich erst im 19. Jahrhundert im Zuge der Romantik neu belebt worden, und zwar vom gehobenen Bürgertum. Davor sei sie völlig in der Versenkung verschwunden gewesen. Und wer sich gar auf die Anfänge der Fastnacht (im 14. Jahrhundert) beziehe, könne nachlesen, dass zu dieser Zeit Nutztiere viel zu wertvoll waren, als dass sie zu närrischen Zwecken hätten herhalten müssen.

Auch die Hundehalter unter den Umzugsbesuchern bitte der Tierschutzverein, ihre Vierbeiner nicht auf den Faschingsumzug mitzunehmen. Hunde hören speziell im Hochfrequenzbereich ungleich empfindlicher als Menschen. Laute Veranstaltungen wie Faschingsumzüge seien für Hunde eine Tortur Hinzu komme die allgemeine Reizüberflutung auf solchen Veranstaltungen durch die sich in Bewegung befindenden Menschenmassen und deren "fröhlichem Gedränge". Auf Fastnachtsumzügen prasseln auf die Hunde zahllose Reize nieder, auf die sie nicht reagieren können, was für die Tiere ein zusätzlicher enormer Stress bedeute. "Zum Wohle ihres geliebten Vierbeiners sollten Sie diesen besser zuhause lassen", betonte der Vorsitzende.



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