GÖPPINGEN Der Tierschutzverein appelliert an alle Hundehalter und
Organisatoren der Faschingsumzüge, ihre Vierbeiner nicht auf
Fasnachtsveranstaltungen mitzunehmen und die Umzüge ohne Tiere zu besuchen.
"Tiere erleiden auf Fasnachtsveranstaltungen wirkliche seelische Qualen und
können bleibende Schäden des Gehörsinns davon tragen", macht der Vorsitzende des
Göppinger Tierschutzvereins, Hans Günther Märkle, auf die Gefahr für die Tiere
aufmerksam.
"Angesichts der unbegrenzten Möglichkeiten, Faschingsumzüge motivisch und
thematisch zu gestalten, ist es auch jenseits des Tierschutzgedankens völlig
unnötig, Tiere bei Fastnachtsveranstaltungen und Umzügen einzusetzen," so Hans
Günther Märkle. "Der Lärm und die Vielzahl anderer Reize, die dort auf die Tiere
einprasseln, sind für diese eine Tortur", so Märkle weiter. Leider werden auf
Umzügen immer wieder Ziegen, Geißböcke, Schafe, ja selbst Ochsen mitgeführt. Der
Verweis auf entsprechende Traditionen könne als Rechtfertigung nicht akzeptiert
werden und ist außerdem historisch unwahr. Die Fastnacht von heute sei nämlich
erst im 19. Jahrhundert im Zuge der Romantik neu belebt worden, und zwar vom
gehobenen Bürgertum. Davor sei sie völlig in der Versenkung verschwunden
gewesen. Und wer sich gar auf die Anfänge der Fastnacht (im 14. Jahrhundert)
beziehe, könne nachlesen, dass zu dieser Zeit Nutztiere viel zu wertvoll waren,
als dass sie zu närrischen Zwecken hätten herhalten müssen.
Auch die Hundehalter unter den Umzugsbesuchern bitte der Tierschutzverein,
ihre Vierbeiner nicht auf den Faschingsumzug mitzunehmen. Hunde hören speziell
im Hochfrequenzbereich ungleich empfindlicher als Menschen. Laute
Veranstaltungen wie Faschingsumzüge seien für Hunde eine Tortur Hinzu komme die
allgemeine Reizüberflutung auf solchen Veranstaltungen durch die sich in
Bewegung befindenden Menschenmassen und deren "fröhlichem Gedränge". Auf
Fastnachtsumzügen prasseln auf die Hunde zahllose Reize nieder, auf die sie
nicht reagieren können, was für die Tiere ein zusätzlicher enormer Stress
bedeute. "Zum Wohle ihres geliebten Vierbeiners sollten Sie diesen besser
zuhause lassen", betonte der Vorsitzende.