EISLINGEN Polizei, Vertreter des Ordnungsamts Eislingen und des Tierheims
Göppingen sind heute Morgen vor einem Haus in Eislingen vorgefahren, um dort
Hunde zu beschlagnahmen. Damit wurde eine Verfügung des Ordnungsamts umgesetzt,
um die seit Längerem juristisch gestritten wird. "Nachdem uns das
Verwaltungsgericht in allen vier Verfahren Recht gegeben hat, konnten wir nicht
länger warten", erläutert der Chef des Eislinger Amts, Georg Huttner, das
Vorgehen. Schließlich solle die Verfügung kein Papiertiger sein. "Es war unserer
Ansicht nach der richtige Zeitpunkt, um zuzuschlagen."
Weil sie ungeeignet sei, Hunde zu halten, hat das Ordnungsamt im April 2006
verfügt, die Frau müsse ihre Tiere abgeben. Dem waren mehrere Vorkommnisse mit
Bullmastiff-Hunden der Eislingerin vorausgegangen. So soll eines ihrer Tiere
einen Yorkshire-Terrier tot gebissen haben und eine Frau am Arm verletzt haben.
Ihre Tiere hätten nie einen Menschen verletzt, widerspricht die Eislingerin,
welche die Bullmastiffs bisher in einem Wohngebiet im nördlichen Stadtteil hielt
und züchtete.
Die Verfügung der Stadt versuchte sie in einem längeren Verfahren abzuwehren.
Rechtlich ist die Auseinandersetzung zwischen dem Ordnungsamt und der
Eislingerin noch nicht abgeschlossen. Das Verfahren liegt derzeit beim
Verwaltungsgerichtshof in Mannheim, berichtet Huttner. Nachdem aber das
Verwaltungsgericht Stuttgart nach der Verhandlung im Dezember der Stadt Recht
gegeben hatte, konnte die Verfügung vollzogen werden, erläutert Huttner.
Im Zuge der Amtshilfe begleiteten gestern je vier Polizisten der Hundestaffel
Schorndorf und des Reviers Eislingen die Vertreter des Ordnungsamts zum Haus der
Hundehalterin. "Wir wussten nicht, wie sie sich verhält", begründet Huttner die
Unterstützung. Der von ihm nach eigener Aussage erwartete Widerstand blieb aber
aus. Die Frau machte zwar deutlich, dass ihr die Entscheidung nicht gefällt,
führte aber die Tiere selber zu den Boxen im Transporter des Tierheims. "Es
verlief aus unserer Sicht ruhig und gut", so Polizeisprecher Uli Stöckle. Für
einen Beamten der Hundestaffel zeigten sich die Hunde sozialisiert. Sie hätten
einen guten Eindruck gemacht. "Sie haben sich recht friedlich gezeigt", sagt
Barbara Stangl vom Tierheim Göppingen. Die Tiere sind ihrer Ansicht nach nicht
verhaltensauffällig und gut versorgt.
Zunächst wurden fünf Hunde nach Göppingen gefahren. Die Eislingerin brachte
dann weitere zwei Tiere in den Transporter. Die verbliebenen Hunde, darunter
drei Welpen, gab sie aber erst nach einigem Zureden heraus. Die Welpen seien
nämlich von ihrer Mutter gezüchtet worden. Ein Tier sei nur zur Pflege in ihrem
Haus, rechtfertigte sie sich. Da sich aber die Verfügung auf alle Hunde in dem
Gebäude erstreckt, erreichte sie mit diesen Argumenten keinen Aufschub mehr. Die
verbliebenen Bullmastiffs hat die Eislingerin dann selbst im Auto zum Tierheim
gefahren.
Da ihr die Hundehaltung untersagt ist, muss sie nach Ansicht von
Ordnungsamtschef Huttner nun für die dortige Unterbringung aller zwölf Hunde
aufkommen, bis neue Besitzer gefunden sind. Die Eislingerin habe schließlich
lange genug Zeit gehabt, sich freiwillig von den Tieren zu trennen.