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Lilly und Minky
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Lilly - Die anderen Familienmitglieder finde ich auch interessant, nur wollen die nichts von mir wissen und Häsin Sally stellt sich mir entgegen und da suche ich lieber das Weite. |
Lilly lebte sich mehr als rasch ein. Nur mir war sie nicht gerade wohl
gesonnen. Bei jeder Gelegenheit bekam ich die Krallen zu spüren, auch ohne
ersichtlichen Grund fiel sie über meine Beine her und auch Hände und Arme
blieben nicht verschont. Mein Sohn spielt zwar häufig mit ihr, aber ohne
Körperkontakt, da Lilly sehr unberechenbar und urplötzlich ihre Stimmung änderte
und sehr heftig ihre Krallen einsetzte. Meinen Mann akzeptierte sie besser, aber
dieser wehrte sich mit Handschuhen gegen ihre massiven Angriffe und so wurden
die Fronten schnell geklärt. Ich habe es auch versucht, der Erfolg war nicht
ganz so groß. Irgendwie hat sie was gegen Frauen.
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Minky - Im Bett schlafe ich auch gern, aber nur, wenn ich alleine bin. Will ja niemandem zu Nahe kommen. |
Mir ging ein älterer Kater (gleiche Vorgeschichte wie mein verstorbener
Kater, extrem eingeschüchtert im Tierheim, ließ sich nicht anfassen und drückte
sich nur in eine Ecke) nicht mehr aus dem Sinn (sein Blick hatte meine Seele
berührt), und da Lilly irgendwie nichts mit Frauen wirklich zu tun haben wollte,
hab ich meinem Mann in den Ohren gelegen und zwei Wochen später (Muttertag),
nach einem kurzen Anruf im Tierheim, machten wir uns wieder auf den Weg. Die
Tierschützer dachten schon, wir würden Lilly wieder zurück bringen, da sie als
hyperaktiv eingeschätzt wurde und wir in diesem Gespräch auch noch ein paar
Informationen über ihr Verhalten bekamen, aber nein, so schnell geben wir nicht
auf.
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Minky - Den garten und die felder fine ich gut. Hier kann ich viele mäuse fangen. Die schmecken ja so gut! Muß nur aufpassen, dass Lilly nicht in der Nähe ist, denn die läßt mich einfach nicht in Ruhe. |
Also holten wir Minky – der total verstört war und die Welt nach dem Tod
seines Frauchens nicht mehr verstand – zu uns nach Hause. Er brauchte viel
länger, um Kontakt zu uns aufzunehmen, und Lilly setzte ihm auch kräftig zu.
Obwohl er sehr groß und kräftig ist, setzt er sich nicht zur Wehr, nur mal
fauchen oder knurren, und dies hält er bis heute bei. Minky hat sehr wenig
Selbstvertrauen und ist auch etwas ängstlich, aber ein total gutmütiger Kater,
der nur seine Ruhe will. Nach 4 Wochen war er uns ausgebüchst und wir suchten
ihn schon per Handzettel, aber nach 6 Tagen kam er endlich zurück. Ab da durfte
er dann immer raus, kam unregelmäßig zum Fressen und irgendwann war er wieder
weg. Diesmal war er 14 Tage auf Achse, und am letzten Abend vor unserem Urlaub
kam er nach Hause. Irgendwie akzeptierte er uns nicht so richtig und Lilly
machte es ihm auch nicht leicht (ständig greift sie ihn an, wenn sie ihn von
hinten erwischt – direkt traut sie sich dann doch nicht). Als wir im Urlaub
waren, verbrachte er 14 Tage im Haus, was ihn nicht störte, denn da hatte er
seine Ruhe und regelmäßig was zu fressen. Danach starteten wir wieder einen
Versuch und es klappt jetzt immer besser. Nach einem Jahr können wir nun sagen,
dass er gerne nach Hause kommt, aber wenn Lilly in der Nähe ist, immer noch das
Weite sucht bzw. sich nicht wohl fühlt. Mittlerweile bleibt er auch am Tag zu
Hause oder in der Nähe des Hauses. Ein Schmuser ist er auch nicht. Er lässt sich
zwar streicheln, aber wirklich genießen tut er es nicht. Leider geht er auch
nicht durch die Katzenklappe, irgendwie ist er ziemlich verstört und
misstrauisch. Wir hoffen aber, das er noch etwas zugänglicher wird und noch mehr
Vertrauen bekommt. Sicher wäre es für ihn einfacher ohne unsere Lilly. Aber da
beide Katzen ziemlich schwierig sind, kommt ein wieder Zurückgeben ins Tierheim
nicht in Frage – zumal die Mitarbeiter des Tierheims damals froh waren, dass wir
Interesse an Minky hatten, da er – aufgrund seines Alters und Charakters – nicht
einfach zu vermitteln war, und über Lillys Vermittlung war man froh, da sie ihr
Katzenzimmer ziemlich im Griff hatte.
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Lilly - Hier gehe ich immer erst mal rauf, denn da kann man sich einen tollen Überblick verschaffen! |
Lillys Verhalten uns gegenüber ist auch besser geworden seit dem sie raus
kann. Sie braucht halt immer was zu tun. Kein Vogel, keine Maus oder Eidechse
ist vor ihr sicher. Sie tötet diese aber meist nicht sofort, sondern spielt sie
zu Tode. Aber so haben wir auch die Chance, so manche Eidechse zu retten. Lilly
ist immer in der Nähe des Hauses, begrüßt uns immer kurz, für mehr hat sie keine
Zeit, kontrolliert alles und jagt alle Katzen oder Kater der Gegend davon. Wir
bekommen ihre Krallen jetzt nur noch zu spüren, wenn wir nicht gleich tun, was
sie möchte (Tür öffnen, Futter frisch in den Napf – natürlich muss es die
richtige Sorte sein -, im richtigen Moment mit Schmusen aufhören – wobei man nur
schwer erkennen kann, wann dieser Moment ist -, etc.). Auch bei Regenwetter
lässt sie ihren Frust an mir ab und beißt mich immer noch plötzlich von hinten
ins Bein, da es draußen nun nicht so gemütlich ist. Mich macht sie halt auch für
das Wetter verantwortlich. Mein Sohn bekommt ihre Launen auch ab und zu zu
spüren. Irgendwie verhält sich Lilly wie ein kleiner Hund, nur nicht so
gehorsam. Sie ist halt eine kleine „Hexe“. Aber da sie ja noch jung ist, haben
wir die Hoffnung, dass sie – wenn sie ihre Jungend hinter sich hat – auch
anhänglicher und vor allem umgänglicher wird. Man weiß ja nie genau, was die
Tiere in ihrer Prägungsphase erlebt haben, und wenn man mit nicht mal einem Jahr
im Tierheim landet, kann es sicher nicht viel Gutes gewesen sein.
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Wir denken, dass auch Problemtiere eine Chance verdient haben und die beiden
halt einfach viel länger brauchen, um ihre Macken abzulegen, und sicher werden
auch ein paar davon zurückbleiben. Wichtig ist, dass sich die Katzen bei uns
wohl fühlen, wir werden uns halt fügen müssen.
Wir möchten uns auf diesem Wege auch bei Ihrer Tierschutzberaterin bedanken,
die uns durch die extrem schwierige Zeit am Anfang telefonisch geduldig betreut
hat. Sie hat uns immer mit Ratschlägen zur Seite gestanden und versucht, unsere
Zweifel, dass wir für die Katzen nicht das richtige zu Hause sind, zu
zerstreuen. Auch als Minky nicht nach Hause kam, half sie uns mit Ratschlägen.
Selbst jetzt nach einem Jahr, hat sie ihre Schützlinge nicht aus den Augen
verloren.
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