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Tierschutzverein Göppingen und Umgebung e.V.
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Lilly und Minky

Gemütlicher Kater und kleine Hexe

Lilly - mein Schlafplatz am Tag, das Kindehochbett. Hier habe ich alles unter Kontrolle und trotzdem meine Ruhe.

Genau ein Jahr ist es her, dass unser Kater (auch vom Tierschutz und im Alter von 5 Jahren zu uns gekommen) mit ca. 19,5 Jahren verstorben ist. Wir hielten es nicht lange ohne Katzengesellschaft aus (die Lücke und Leere war zu groß) und 2 Tage später machten wir uns auf ins Tierheim Göppingen. Da man hier auch sonntags vermittelt und wir im Internet einen älteren Kater entdeckt hatten, der uns interessierte, war die weite Anreise von Weissach i.T. kein Hindernis. Kater Peter war aber schon vermittelt. Ohne tierischen Begleiter wollten wir nicht abreisen, und nach der doch schwierigen Suche fiel die Wahl auf Sophie (jetzt Lilly) – Mutter war skeptisch – Sohn und Vater haben die letzte Wahl getroffen. Ein Jahr alt und ziemlich wild – scheute auch den Einsatz von Krallen nicht – verspielt und ungestüm.

 



Lilly - Die anderen Familienmitglieder finde ich auch interessant, nur wollen die nichts von mir wissen und Häsin Sally stellt sich mir entgegen und da suche ich lieber das Weite.

Lilly lebte sich mehr als rasch ein. Nur mir war sie nicht gerade wohl gesonnen. Bei jeder Gelegenheit bekam ich die Krallen zu spüren, auch ohne ersichtlichen Grund fiel sie über meine Beine her und auch Hände und Arme blieben nicht verschont. Mein Sohn spielt zwar häufig mit ihr, aber ohne Körperkontakt, da Lilly sehr unberechenbar und urplötzlich ihre Stimmung änderte und sehr heftig ihre Krallen einsetzte. Meinen Mann akzeptierte sie besser, aber dieser wehrte sich mit Handschuhen gegen ihre massiven Angriffe und so wurden die Fronten schnell geklärt. Ich habe es auch versucht, der Erfolg war nicht ganz so groß. Irgendwie hat sie was gegen Frauen.

 



Minky - Im Bett schlafe ich auch gern, aber nur, wenn ich alleine bin. Will ja niemandem zu Nahe kommen.

Mir ging ein älterer Kater (gleiche Vorgeschichte wie mein verstorbener Kater, extrem eingeschüchtert im Tierheim, ließ sich nicht anfassen und drückte sich nur in eine Ecke) nicht mehr aus dem Sinn (sein Blick hatte meine Seele berührt), und da Lilly irgendwie nichts mit Frauen wirklich zu tun haben wollte, hab ich meinem Mann in den Ohren gelegen und zwei Wochen später (Muttertag), nach einem kurzen Anruf im Tierheim, machten wir uns wieder auf den Weg. Die Tierschützer dachten schon, wir würden Lilly wieder zurück bringen, da sie als hyperaktiv eingeschätzt wurde und wir in diesem Gespräch auch noch ein paar Informationen über ihr Verhalten bekamen, aber nein, so schnell geben wir nicht auf.

 



Minky - Den garten und die felder fine ich gut. Hier kann ich viele mäuse fangen. Die schmecken ja so gut! Muß nur aufpassen, dass Lilly nicht in der Nähe ist, denn die läßt mich einfach nicht in Ruhe.

Also holten wir Minky – der total verstört war und die Welt nach dem Tod seines Frauchens nicht mehr verstand – zu uns nach Hause. Er brauchte viel länger, um Kontakt zu uns aufzunehmen, und Lilly setzte ihm auch kräftig zu. Obwohl er sehr groß und kräftig ist, setzt er sich nicht zur Wehr, nur mal fauchen oder knurren, und dies hält er bis heute bei. Minky hat sehr wenig Selbstvertrauen und ist auch etwas ängstlich, aber ein total gutmütiger Kater, der nur seine Ruhe will. Nach 4 Wochen war er uns ausgebüchst und wir suchten ihn schon per Handzettel, aber nach 6 Tagen kam er endlich zurück. Ab da durfte er dann immer raus, kam unregelmäßig zum Fressen und irgendwann war er wieder weg. Diesmal war er 14 Tage auf Achse, und am letzten Abend vor unserem Urlaub kam er nach Hause. Irgendwie akzeptierte er uns nicht so richtig und Lilly machte es ihm auch nicht leicht (ständig greift sie ihn an, wenn sie ihn von hinten erwischt – direkt traut sie sich dann doch nicht). Als wir im Urlaub waren, verbrachte er 14 Tage im Haus, was ihn nicht störte, denn da hatte er seine Ruhe und regelmäßig was zu fressen. Danach starteten wir wieder einen Versuch und es klappt jetzt immer besser. Nach einem Jahr können wir nun sagen, dass er gerne nach Hause kommt, aber wenn Lilly in der Nähe ist, immer noch das Weite sucht bzw. sich nicht wohl fühlt. Mittlerweile bleibt er auch am Tag zu Hause oder in der Nähe des Hauses. Ein Schmuser ist er auch nicht. Er lässt sich zwar streicheln, aber wirklich genießen tut er es nicht. Leider geht er auch nicht durch die Katzenklappe, irgendwie ist er ziemlich verstört und misstrauisch. Wir hoffen aber, das er noch etwas zugänglicher wird und noch mehr Vertrauen bekommt. Sicher wäre es für ihn einfacher ohne unsere Lilly. Aber da beide Katzen ziemlich schwierig sind, kommt ein wieder Zurückgeben ins Tierheim nicht in Frage – zumal die Mitarbeiter des Tierheims damals froh waren, dass wir Interesse an Minky hatten, da er – aufgrund seines Alters und Charakters – nicht einfach zu vermitteln war, und über Lillys Vermittlung war man froh, da sie ihr Katzenzimmer ziemlich im Griff hatte.

 



Lilly - Hier gehe ich immer erst mal rauf, denn da kann man sich einen tollen Überblick verschaffen!

Lillys Verhalten uns gegenüber ist auch besser geworden seit dem sie raus kann. Sie braucht halt immer was zu tun. Kein Vogel, keine Maus oder Eidechse ist vor ihr sicher. Sie tötet diese aber meist nicht sofort, sondern spielt sie zu Tode. Aber so haben wir auch die Chance, so manche Eidechse zu retten. Lilly ist immer in der Nähe des Hauses, begrüßt uns immer kurz, für mehr hat sie keine Zeit, kontrolliert alles und jagt alle Katzen oder Kater der Gegend davon. Wir bekommen ihre Krallen jetzt nur noch zu spüren, wenn wir nicht gleich tun, was sie möchte (Tür öffnen, Futter frisch in den Napf – natürlich muss es die richtige Sorte sein -, im richtigen Moment mit Schmusen aufhören – wobei man nur schwer erkennen kann, wann dieser Moment ist -, etc.). Auch bei Regenwetter lässt sie ihren Frust an mir ab und beißt mich immer noch plötzlich von hinten ins Bein, da es draußen nun nicht so gemütlich ist. Mich macht sie halt auch für das Wetter verantwortlich. Mein Sohn bekommt ihre Launen auch ab und zu zu spüren. Irgendwie verhält sich Lilly wie ein kleiner Hund, nur nicht so gehorsam. Sie ist halt eine kleine „Hexe“. Aber da sie ja noch jung ist, haben wir die Hoffnung, dass sie – wenn sie ihre Jungend hinter sich hat – auch anhänglicher und vor allem umgänglicher wird. Man weiß ja nie genau, was die Tiere in ihrer Prägungsphase erlebt haben, und wenn man mit nicht mal einem Jahr im Tierheim landet, kann es sicher nicht viel Gutes gewesen sein.

 


Wir denken, dass auch Problemtiere eine Chance verdient haben und die beiden halt einfach viel länger brauchen, um ihre Macken abzulegen, und sicher werden auch ein paar davon zurückbleiben. Wichtig ist, dass sich die Katzen bei uns wohl fühlen, wir werden uns halt fügen müssen.

Wir möchten uns auf diesem Wege auch bei Ihrer Tierschutzberaterin bedanken, die uns durch die extrem schwierige Zeit am Anfang telefonisch geduldig betreut hat. Sie hat uns immer mit Ratschlägen zur Seite gestanden und versucht, unsere Zweifel, dass wir für die Katzen nicht das richtige zu Hause sind, zu zerstreuen. Auch als Minky nicht nach Hause kam, half sie uns mit Ratschlägen. Selbst jetzt nach einem Jahr, hat sie ihre Schützlinge nicht aus den Augen verloren.

 


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