Jahr 2012
Tierschutzverein Göppingen und Umgebung e.V.
Träger des Tierheims »Ulrich Schol«
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01.04.2006 Schulung

TierHEIM - Schicksal oder Chance?

Die im letzten Jahr begonnene Seminarreihe zum Thema „Hunde im Tierheim“ wurde in einem zweitägigen Seminar mit Sabine Neumann fortgesetzt.

In deutschen Tierheimen leben ca. 300 000 Hunde, soll dies als Schicksal oder als Chance gesehen werden? Soll dies die Endstation oder ein Neustart für die Hunde sein? Diese sehr wichtigen Themen waren Inhalt eines zweitägigen Seminars unseres Göppinger Tierschutzvereins. Mit Sabine Neumann hatten wir eine außerordentlich kompetente Fachfrau hierfür gewinnen können, Ihre Ausbildung zur Animal Learn-Trainerin absolvierte Frau Neumann direkt bei Clarissa von Reinhardt am Chiemsee und bei Turid Rugaas in Norwegen, beide in Fachkreisen besonders anerkannte Persönlichkeiten. Frau Neumann ist außerdem durch ihre praxisnahe Arbeit im Kremser Tierheim in Österreich als Beirätin und Hundetrainerin ebenso regelmäßig mit der Problematik eines Tierheimes konfrontiert. Ca. 15 ehrenamtliche Helfer des Göppinger Tierschutzvereins sowie Teilnehmer aus den umliegenden Vereinen Schorndorf, Berglen, Böblingen sowie angehende Hundetrainerinnen nahmen an diesem sehr lehrreichen und aufschlussreichen Seminar teil.

 


Das Tierheim gibt vielen Tieren, zum ersten Mal in ihrem Leben, das Gefühl, eine Heimat zu besitzen. Dort erhalten sie ihre regelmäßig Grundversorgung wie genügend artgerechtes Futter, wenn notwendig, medizinische Betreuung, täglichen Auslauf und Streicheleinheiten. Doch ist dies ausreichend?

Kommt ein Hund ins Tierheim, ist dies erst einmal ein dramatischer Einschnitt in sein Leben, was für jeden Hund eine besonders schwierige Situation bedeutet. Um Schaden zu vermeiden, ist dazu großes fachliches Wissen und eine individuelle Betreuung der einzelnen Hunde Vorraussetzung. Der menschliche Kontakt und das Vertrauen zu einem Menschen spielen hierbei eine ganz bedeutende Rolle, was aber erst einmal gezielt richtig aufgebaut werden muss. Tiere, welche schon länger im Tierheim leben oder ältere, gelassene Tiere, können manchmal zu den Neulingen eine Brücke schlagen. Das Seminar war vor allem dahin ausgerichtet, Defizite und Probleme der einzelnen Tiere gezielt zu erkennen und individuell auf das einzelne Tier entsprechend agieren zu können. Die geistige Beschäftigung des Tieres spielt hierbei eine sehr große Rolle, was bei kleinen Spielen wie „Leckerli suchen“ schon immens angeregt werden kann. An vielen weiteren praxisnahen Beispielen, unterstützt durch Aufzeichnungen aus dem Kremser Tierheim, gab Frau Neumann den interessierten Tierfreunden sehr wertvolle Anregungen weiter, wie auch die geistigen Beschäftigungen gesteigert werden können.

Der Tierheimaufenthalt bedeutet für die Tiere eine Ausnahmesituation, deshalb ist der Umgang mit ihnen auch in kleinen, alltäglichen Situationen von größter Bedeutung. Tägliche Rituale sind hierbei sehr wichtig für das Tier, damit diese sich wohl fühlen. Die Tiere sollen keine Langeweile haben, aber dürfen auch nicht ständig mit Reizen überflutet werden. Ein weiteres ganz großes Thema nahm auch der Bereich „Spaziergang“ ein. Dieser sollte für den Hund so angenehm wie möglich sein. Er sollte auf die Bedürfnisse des Hundes abgestimmt sein und nicht auf die des Menschen. “Tierliebe ist hierfür eine gute Basis und wichtig, aber zu wenig für einen sinnvollen Spaziergang.“, so Frau Neumann. Aus Ihrer Sicht müssen die regelmäßigen „Gassigeher“ auf diese verantwortungsvolle Aufgabe mit einer spezielle Schulung gezielt vorbereiten werden.

Ein weiterer Schwerpunkt war, die wichtigsten Formen der Verhaltensauffälligkeiten der Hunde zu erkennen und individuell darauf eingehen zu können. Die Ursachen hierzu sind meistens beim Fehlverhalten der Menschen im Umgang mit ihren Tieren zu finden. Das Training dieser Tiere sollte individuell auf die Bedürfnisse jedes einzelnen zugeschnitten sein und darf das Tier nicht überfordern. Niemals darf mit einer Bestrafung dabei gearbeitet werden. Auch hierbei ist der spielerische Umgang mit den Tieren sehr wichtig. Dadurch werden sie von ihren negativen Erfahrungen abgelenkt und das Positive rückt immer mehr in den Vordergrund.

Beeinflusst durch dieses sehr lehrreiche Seminar wird unser Göppinger Tierschutzverein noch stärker in der Lage sein, das Wohl seiner anvertrauten Tiere im Tierheim zu fördern. Interessenten, welche sich für einen Hund aus dem Göppinger Tierheim „Ulrich Schol“ entscheiden, können eine offene und ausführliche Beratung erwarten. Denn wir wollen, dass der Tierheimaufenthalt ein Neustart in ein gutes Hundeleben bedeutet und dass das Tier mit seinen neuen Besitzern die Chance erhält, gemeinsam eine glückliche Zeit zu erleben.

 


Aufmerksames Zuhören

Herrliche Ruhe


Essen hält Leib und Seele zusammen

Auch für Pausengespräche war genügend Zeit


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