"Die Funde von mit dem Vogelgrippe-Virus H5N1 infizierten Katzen bedeuten
nicht, dass nun alle Haustiere oder auch Wildtiere potenzielle Virusträger und
damit gefährlich sind. Bisher wurde noch nie ein Fall nachgewiesen, bei dem sich
ein Mensch an einem Säugetier mit H5N1 infiziert hätte", so Hans-Günther Märkle,
Vorsitzender des Tierschutzvereins Göppingen. Viele Mitgliedsvereine im
Deutschen Tierschutzbund berichten von vermehrten Tierabgaben aus unbegründeter
Angst vor der Vogelgrippe. Die Tierheime und Vereine erhielten darüber hinaus
immer häufiger besorgte Anrufe von Tierfreunden. Zudem sind besonders bei den
Katzen die Tiervermittlungen rückläufig.
Den Forderungen nach einem gezielten Abschuss von Katzen erteilt der
Tierschutzverein Göppingen eine klare Absage, ebenso dem präventiven Töten
gesunder Tierbestände in der Nutztierhaltung. Bei der Festlegung von präventiven
Maßnahmen dürfe nicht die Frage nach wirtschaftlichen Schäden, sondern die Frage
nach Ethik im Vordergrund stehen, so Märkle weiter. Dazu gehöre auch, die
Impfung stärker als bisher in die Überlegungen miteinzubeziehen. Eine Impfung
der Tierhaltungen bei festen Geflügelbeständen sollte beantragt werden.