Katzenfund auf Rügen: Nicht in Panik verfallen
Angesichts des ersten Fundes der Geflügelpest bei einer Katze auf Rügen
rät der Deutsche Tierschutzbund den Tierbesitzern zu erhöhter Aufmerksamkeit und
warnt vor Panikmache. Auch nach Aussagen seriöser Wissenschaftler besteht für
den Menschen weiterhin keine erhöhte Gefahr der Infizierung. Die Ankündigung des
Landwirtschaftsministers von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, Katzen und
möglicherweise auch Hunde zum Abschuss frei zu geben, kritisiert der Deutsche
Tierschutzbund aufs Schärfste und mahnt erneut, Augenmaß zu bewahren. Selbst von
einer infizierten Katze geht allen bekannten und seriösen Informationen zur
Folge keine Gefahr für den Menschen aus.
„Bei aller Schlagzeilendramatik des heutigen Tages: Es gibt keine Anlass zur
Panik. Natürlich gilt es, in den betroffenen Gebieten besonders auf seine
Haustiere zu achten. Wir warnen aber vor einem bundesweiten Hausarrest für
Katzen oder auch Hunde. Das wäre jetzt nicht angemessen“, erklärt Wolfgang Apel,
Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Die Anordnungen, Katzen aus
Privathaushalten nicht ins Freie und Hunde an der Leine zu lassen, können in den
Schutzzonen sowie Gebieten, wo mit einer hohen Anzahl an Wassergeflügel das
Auftreten der Seuche wahrscheinlich ist, sinnvolle vorsorgliche Schutzmaßnahmen
sein.
Nachdem Landwirtschaftsminister Till Backhaus erklärt hat, gegebenenfalls
Katzen und möglicherweise Hunde abschießen zu lassen, ist für die Tierbesitzer
erhöhte Vorsicht angeraten. Der Deutsche Tierschutzbund fordert den Minister
auf, seine überzogene Attacke gegen die treuen Begleiter des Menschen zurück zu
nehmen.
Der Deutsche Tierschutzbund rät Tierhaltern, die meinen bei Ihren Katzen
Grippesymptome festzustellen, direkt zum Tierarzt zu gehen. Katzen fangen sich
schnell eine Erkältung ein. Verantwortungsvolle Katzenbesitzer suchen
grundsätzlich bei ersten Schnupfensymptomen den Tierarzt auf, dies gilt
insbesondere bei darüber hinaus gehenden Krankheitsanzeichen. „Es ist aber nicht
angebracht, hinter jedem Schnupfen die Geflügelpest zu vermuten“ so Apel. Für
Haustiere gilt: Der Kontakt mit toten Vögeln sollte vorsorglich soweit wie
möglich unterbunden werden.
Die Schlagzeilen und die teilweise sehr aufgeregte politische Diskussion
bergen zudem die Gefahr, dass „Katzenhasser“ „Auftrieb“ bekommen, warnt der
Deutsche Tierschutzbund. Schon deshalb gilt es, die Lage nüchtern und mit
gebotener Sachlichkeit zu analysieren.