MOGLI war „Sorgenkind“ im TH Göppingen. Er wurde so beschrieben: „Mogli ist
ein Bordercollie-Mix mit 7 Jahren. Leider hat er in seinem Hundeleben noch nicht
all zu viel Glück gehabt. Er hat einfach noch nicht den richtigen Partner
gefunden, der ihn versteht und mit dem Mogli durch dick und dünn gehen darf.“
DAS habe ich aber erst später erfahren. Ebenso dass er bereits zweimal abgegeben
wurde, weil er geschnappt hatte und dass er selber im Winter so schwer gebissen
wurde, dass er sich fast aufgegeben hatte.
UNSERE Geschichte begann eines Abends in einem Chat als ich davon erzählte,
dass ich ins TH fahre und eine Freundin – sie ist überhaupt an allem „schuld“ -
meinte „Grüß Mogli von mir“. Das war im Herbst. Es dauerte dann bis Mai, bevor
es der Zufall wollte, dass ich mit Mogli das erste Mal Gassi ging. Es hat
geregnet was runter ging an dem Tag. Wir kamen klatschnass wieder ins TH und
hatten unterwegs fest gestellt, dass wir trotzdem viel Spaß hatten miteinander.
Nach und nach kam ich dahinter, dass er für fast alle nur der nette Knuddelbär
war, er in Wirklichkeit aber sehr unsicher ist; dass er einen Sturkopf hat, den
ihm viele einfach durch gehen ließen; dass er panische Angst vor Gewittern und
Schüssen hat und es wurde immer deutlicher für ALLE außer mir, er begann sich an
mich zu binden. Damit hatten wir dann ein Sechs-Katzen-Problem: Keiner konnte
mir sagen, ob er verträglich ist. Draußen findet er sie – auch heute noch - zum
fressen.
Mittlerweile ist fast ein Jahr vergangen, Mogli ist Anfang September bei uns
eingezogen, wir sind – auch wegen ihm – umgezogen; die Katzen haben den Schock
ihres Lebens hinter sich, und wir alle haben viel voneinander gelernt: die
Katzen, dass man auch mit einem großen schwarzen Ungeheuer zusammen leben kann
ohne es ständig anzufauchen; Mogli, dass Katzen im Haus auch Freunde sein
können; dass man nicht sofort beißen muss, sondern eben auch mal knurren darf,
wenn Hund etwas nicht passt und wir, dass Border-Hrvatski ovcar-Mixe sehr
anstrengend und hoch intelligent sind und es gar nicht mögen wenn es laut wird,
oder sich einer vom „Rudel“ entfernt. Wir haben viel gewagt und viel gewonnen
und wenn ich sehe, wie mir MEIN HUND heute Abend nicht von der Seite weicht nur
weil wir nachmittags zu Besuch im Tierheim waren, dann bin ich/sind wir sehr
froh uns für dieses Sorgen“kind“ entschieden zu haben.