Jahr 2012
 Jahr 2011
 Jahr 2010
 Jahr 2009
 Jahr 2008
 Jahr 2007
 Jahr 2006
 Jahr 2005
Tierschutzverein Göppingen und Umgebung e.V.
Träger des Tierheims »Ulrich Schol«
   Home      Tiere      Tierheim      Projekte      Spenden      Verein       Presse       Infos      Kontakt   
11.08.2005 Bericht zum Tierheim

NWZ

Erscheinungsdatum: Donnerstag 11.08.2005

TIERSCHUTZ / Immer mehr Hunde und Katzen werden ausgesetzt

Göppinger Tierheim platzt aus allen Nähten

Momentan sind freie Plätze im Göppinger Tierheim Mangelware: Viele Hunde und Katzen werden ausgesetzt. Ihnen kann geholfen werden. Ehrenamtliche Helfer machens möglich.

SILJA TRAPPMANN STEFAN FLÜSHÖH

 


Barbara Stangl mit dem Schäferhundmischling Rex. Wie die meisten Bewohner des Tierheims sucht Rex Familienanschluss. FOTO: STAUFENPRESS

GÖPPINGEN Rex macht Urlaub im Göppinger Tierheim - gezwungenermaßen. Der Schäferhundmischling ist eines von 120 Tieren, die auf ein neues Zuhause hoffen. Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Kaninchen - es gibt fast alle Arten von Bewohnern. Arg viel mehr darfs nicht werden. "Seit Anfang des Jahres sind wir überbelegt. Deshalb können wir leider der Flut an Pensionstieren nicht gerecht werden", erklärt Barbara Stangl vom Göppinger Tierheim. Dadurch fällt eine wichtige Einkommensquelle für das Tierheim weg. Ein weiteres Problem, mit dem sich die Tierschützerin beschäftigen muss: Es dauert immer länger, bis die Fundtiere von Tierfreunden aufgenommen werden. Die Überbelegung bringe enorme Kosten mit sich, da die Betreuung sehr teuer sei, sagt Stangl. Ohne die Ehrenamtlichen wären die drei festangestellten Mitarbeiter überfordert. Vor allem sonntags sind sie eine wichtige Hilfe. "Dann sind besonders viele Hundefreunde mit den Vierbeinern unterwegs."

Meist handelt es sich um Tiere, die ausgesetzt wurden. Ein Fall fürs Heim sind auch Vierbeiner, deren Besitzer sich scheiden ließen oder umziehen mussten. So wurde Rex, der zehnjährige Schäferhundmischling, aufgenommen, da Frauchen wieder berufstätig ist und der Hund tagsüber nicht allein sein kann. "Wir suchen dringend einen neuen Besitzer für Rex", sagt Stangl. Dabei geht es dem Schäferhundmischling nicht schlecht. Die Tiere werden von Ärzten betreut, Hunde auch noch von Trainern, die sich jeden Montag mit den Vierbeinern in der Hundeschule beschäftigen. Die erfahrenen Betreuer achten darauf, dass es ihren kleinen Schützlingen gut geht.

Immer mehr Tiere werden ausgesetzt - nicht nur in der Zeit der Sommerferien. "Wir haben das ganze Jahr über viele Fundtiere", erklärt Tierfreundin Stangl. Das spiegle unsere Wegwerfgesellschaft wieder.

 


Misshandeltes Kätzchen

Auch mit Misshandlungen hat das Tierheim zu tun. So schilderte eine Hundehalterin folgendes Geschehen: Ein Autofahrer stieg aus, schlug einen Sack auf einen Stein und schmiss den Sack in den Marbach. Die aufmerksame Spaziergängerin bemerkte ein Wimmern aus dem Sack. Ein zwölf Wochen altes Kätzchen kam zum Vorschein. Das Tierchen erlitt einen Beckenbruch, das linke Bein war mehrfach gebrochen. Glücklicherweise hat die Katze einen neuen Besitzer gefunden. "Täglich werden wir über nicht artgerechte Tierhaltung informiert. Jedem Fall gehen wir nach", erläutert Stangl. Seit 1999 ist die Tierschützerin ehrenamtlich beim Tierheim aktiv. Die Mitarbeiter kennen ihre Schützlinge ganz genau. Jedes Tier hat einen eigenen Charakter. Und der spielt beim Vermittlungsgespräch eine große Rolle. Schließlich sollen Mensch und Tier zusammenpassen. "Wer sich ein Tier zulegen möchte, sollte sich vorher gut informieren und sich ruhig im Heim umsehen. Schön ist es, wenn die vermittelten Tiere ein gutes Zuhause bekommen", so die Tierfreundin.

Das Tierheim ist immer auf Spenden angewiesen. So wird auch viel Geld für die anstehende Reperatur des Zaunes benötigt.

 


Impressum - Seitenübersicht - Suche