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Tierschutzverein Göppingen und Umgebung e.V.
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Kaninchen

Lebensweise

Kaninchen leben in freier Wildbahn in großen Gruppen / Familienverbänden. Sie legen gemeinsam unterirdische Baue an. Kaninchen zeigen ihren Artgenossen gegenüber ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten. Innerhalb einer Gruppe gibt es eine klare Rangordnung.
Kaninchen leben in freier Wildbahn niemals alleine und gehen feste Partnerschaften ein. Dies sollte jedem Halter deutlich zeigen, dass auch unsere domestizierten Kaninchen auf keinen Fall allein gehalten werden dürfen!
Weder der Mensch noch ein anderes Tier können dem Kaninchen einen Partner ersetzen. Kaninchen leben bevorzugt in Kleingruppen, da dies aber vor allem bei Wohnungshaltung nicht immer möglich ist, hat sich hier die Haltung eines Pärchens, bei dem das Männchen kastriert ist, bewährt.

Lebenserwartung

Kaninchen können bis zu 10 Jahre alt werden.

 

Ernährung

Damit die Verdauung der Kaninchen funktioniert, benötigen sie Rohfaser. Diese Rohfaser ist im Heu enthalten. Heu ist somit das wichtigste Grundnahrungsmittel für Kaninchen. Es hält den Darm in Schwung da es durch den hohen Rohfaseranteil in großen Mengen aufgenommen und wieder ausgeschieden wird, es ist wichtig für den Zahnabrieb der Backenzähne und es enthält viele Mineralien und Vitamine, darüber hinaus ist es ein gutes Beschäftigungsfutter. Sauberes, frisches Heu muss immer zur freien Verfügung im Kaninchengehege vorhanden sein. Das Heu muss leicht grünlich sein und aromatisch riechen. Altes, staubiges, muffiges, schimmliges oder gelbgraues Heu darf nicht verfüttert werden, da es schwere Krankheiten hervorrufen kann.
Zusätzlich sollten Gräser, Kräuter, Gemüse und in sehr geringen Mengen auch Obst gefüttert werden. Auch bei durchgehender Fütterung von frischem Gras und Kräutern ist es wichtig, immer zusätzlich Heu anzubieten!
Kaninchen benötigen kein getreidehaltiges Trockenfutter und kein trockenes Brot! Abwechslung bieten frische Zweige, die samt Blättern verfüttert werden können (z.B. Birke, Obstbaumzweige, Haselnuss usw.).
Selbstverständlich darf sauberes Wasser (in einem stabilen Napf oder einer gut erreichbaren Trinkflasche) nicht fehlen. Das Wasser sollte täglich gewechselt werden.

Haltungsbedingungen bei Wohnungshaltung

Artgerechte Kaninchenhaltung ist keinesfalls die Unterbringung der Tiere in einem Käfig! Leider ist die Käfighaltung aber bei vielen Kaninchenbesitzern immer noch üblich. Jeder Halter sollte sich darüber im Klaren sein, dass das Leben in einem Käfig für die bewegungsfreudigen und aktiven Kaninchen sehr frustrierend ist und eine solche Haltung mit Tierliebe nichts mehr zu tun hat! Käfighaltung ist nicht nur eine Qual für die Tiere, sie fördert auch Aggressionen der Tiere untereinander und gegenüber den Menschen.
Wir vermitteln keine Kaninchen in Käfighaltung!
Kaninchen benötigen pro Tier mindestens 2 qm Grundfläche, die ihnen rund um die Uhr zur Verfügung stehen muss. Für zwei Kaninchen wären also mindestens 4 qm Grundfläche notwendig, zusätzlich noch mit täglichem Auslauf. 4 qm für zwei Tiere können normalerweise leicht in der Wohnung abgetrennt werden. Man kann mit sehr einfachen Mitteln (z.B. mit Sperrholzplatten oder im Handel erhältlichen Kleintierausläufen) einen Bereich im Zimmer abgrenzen und so den Kaninchen ausreichend Platz und Bewegungsfreiheit bieten. Wir beraten Sie gerne!
Am besten wäre es natürlich, wenn Sie den Kaninchen gleich ein ganzes, eigenes Zimmer zur Verfügung stellen könnten.

Haltungsbedingungen bei Außenhaltung
Kaninchen können gut ganzjährig in Außenhaltung gehalten werden. Die Kaninchen sollten etwa ab Mitte Mai, wenn es nachts keinen Bodenfrost mehr gibt, an die Außenhaltung gewöhnt werden. Nur dann können die Kaninchen im Herbst ein ausreichendes Winterfell entwickeln.
Kaninchen benötigen immer einen eingezäunten Auslauf. Dieser sollte pro Kaninchen mindestens 3 qm, für zwei Tiere also mindestens 6 qm aufweisen, um den Tieren genug Möglichkeiten zur Bewegung zu bieten. Auslauf ist für Kaninchen auch in der Winteraußenhaltung gesund und notwendig. Die Bewegung hält sie warm und Kaninchen vertragen sogar Schnee im Auslauf problemlos, wenn sie ein dickes Winterfell haben. Vor allem im Hochsommer müssen die Kaninchen vor Überhitzung geschützt werden. Langhaarigen Tieren sollte man das Fell kürzen und es müssen kühle und schattige Plätze angeboten werden.
Der Auslauf muss von allen Seiten gesichert werden. Um Marder, Raubvögel, Katzen und andere Jäger aus dem Gehege raus zu halten und um zu verhindern, dass die Kaninchen sich aus dem Gehege buddeln oder heraus springen, muss das Gehege auch von unten und von oben gesichert werden. Im Außengehege sollte, je nach Anzahl der Bewohner, mindestens eine winterfeste, gut isolierte Schutzhütte vorhanden sein. Die Schutzhütte darf nicht in der prallen Sonne stehen, die Tiere dürfen darin keinem Durchzug und keiner Nässe ausgesetzt werden. In sehr kalten Wintern müssen die Tiere vor allem in der Nacht mit Wärme versorgt werden. Dafür eignet sich ein spezielles Wärmekissen, das in den isolierten Stall gelegt wird oder man kann eine Wärmelampe anbringen. Allerdings müssen die Kaninchen selbst entscheiden können, ob sie die Wärme nutzen wollen oder nicht - zwei Schutzhütten sind daher notwendig! In freier Wildbahn legen sich die Kaninchen unterirdische Baue an, in denen die Temperatur nicht so stark absinkt, wie über der Erde. Bei unseren Hütten über der Erde müssen wir die Wärme künstlich zuführen!
Wir vermitteln keine Kaninchen in Stallhaltung, es muss immer ein ausreichend großes Gehege rund um die Uhr zur Verfügung stehen!

Ausführlichere Informationen und weitere Anregungen zur Kaninchenhaltung finden Sie zum Beispiel unter http://www.diebrain.de/k-index.html

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