Im Sommer 2000, kurz bevor wir in unser neues Haus ziehen konnten, waren wir
oft im Tierheim Göppingen. Nur mal so kucken. Wir wollten einen Hund, Rasse
egal, Hauptsache etwas größer.
Im August war da auf einmal im großen Zwinger gegenüber dem Katzenhaus, ganz
in die Ecke gedrückt, etwas, das aussah, wie ein Schäferhund. Gar kein großer,
stolzer Hund, sondern ein ziemlich schüchternes „haariges etwas“. Meine Frau war
sofort begeistert, ich nicht, war mir zu „geknickt“. Aber ich hab mich überreden
lassen, und auf Nachfrage durften wir mit Jackie mal Gassi gehen. Der Hund
kannte nichts, alles war neu für ihn, Wald, Blätter, Vögel, aber er war nicht
aggressiv sondern nur neugierig. Als wir wieder zurück waren, haben wir mal
gefragt, wo er denn herkommt. „Den hat jemand mit dem Auto gebracht, am
Stachelhalsband zum Tor gezerrt und abgegeben, wahrscheinlich war er bisher nur
im Zwinger“. Wurde uns gesagt, und dass er 10 Monate alt ist.
Als wir zu Hause waren, folgten unendliche Diskussionen, dann einige Wochen
regelmäßige Spaziergänge und irgendwann war ich überredet. Jackie sollte es
sein.
Dann ging im September alles recht schnell. Umzug, dann war eigentlich ein
Probetag am Wochenende angesagt, der hat „super“ geklappt, und weil sonntags Tag
der offenen Tür war, und Jackie sowieso schon vergeben, haben wir ausgemacht,
dass wir Ihn am Sonntagmorgen gleich ganz holen.
So, jetzt war er da, und was nun? Jetzt ging´s erst los. Was soll er, was
darf er? Irgendwann lagen die Nerven blank, haben wir zuviel verlangt?
Eigentlich ja wohl nicht. Dann die Entscheidung, er hat noch zwei Wochen Zeit,
wenn er es dann nicht kapiert hat, bringen wir ihn wieder zurück. Jetzt war der
Druck weg. Und siehe da, es ging auf einmal von Tag zu Tag besser.
Wir haben dann auch eine gute Hundeschule gefunden, in die wir auch heute
noch regelmäßig gehen, und jedes Mal was dazulernen. Am Anfang ist man froh,
wenn erst mal die Standardübungen klappen, Sitz, Platz, Fuß. Nach einiger Zeit
wird man immer mutiger und probiert mal Kommandos nur per Handzeichen oder
Pfiff. Hey das klappt ja. Man lernt dabei selber auch sehr viel, Klarheit,
Geduld, ständige Konsequenz (vor allem sich selbst gegenüber).
Heute gehen wir außer in die Kirche oder ins Theater überall miteinander hin,
und das wichtigste für Jackie ist dabei sein, auch wenn es etwas ist, was er
eigentlich nicht mag.