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Zecken

Die Zecke
 
Zecke unterm Mikroskop - Bildquelle: Uni Ulm

... ist ein spinnenartiges Tier. Sie wird auch der "Gemeine Holzbock" genannt. Die Wissenschaftler nennen sie Ixodes ricinus. Sie lauert in freier Natur auf warmblütige Wesen, beißt dann durch die Haut und saugt sich mit Blut voll. Danach lässt sie sich einfach fallen und krabbelt davon. Erwachsene Zecken sind 2 bis 4 mm groß. Voll gesogen mit Blut sind ungefähr so groß wie eine Weintraube, allerdings meist grau.

 


Überträger von Krankheiten

Der Biss ist nicht weiter schlimm. Er ist schmerzlos und wird deswegen meist gar nicht bemerkt. Das Problem ist, dass manche Zecke (bei weitem nicht alle) Krankheiten auf Mensch und Tier übertragen. Hier sind zu nennen:

  • Borreliose
  • FSME
  • Babesiose 
  • Ehrlichiose
  • Q-Fieber

Am Meisten weis man heute über die Borreliose und FSME. Aktuell ist auch die Babesiose im Gespräch. Die Übertragung der anderen Krankheiten ist noch in Aufklärung.

 


Lauernde erwachsene Zecke - Bildquelle: www.pixelquelle.de

Vollgesaugte Zecke

Lyme-Borreliose

Borreliose typischer roter Kreis - Bildquelle: Medizinische Uni Wien

Das Bakterium konnte 1976 das erste Mal in der Stadt Lyme (Connecticut/USA) nachgewiesen werden. In Deutschland sind Stand 2005 10-30 Prozent der Zecken mit dem Bakterium Borrelia burgdorferi infiziert. Spezielle Risikogebiete gibt es nicht.

Eine Impfung für Menschen ist Stand 2005 nicht verfügbar.

Eine Impfung für Haustiere kann durchgeführt werden. Diese ist aber nur für Tiere mit Freigang (Hunde, Katzen etc.) erwägenswert. Befragen Sie bitte Ihren Tierarzt. Hierzu muss man wissen, dass in Europa drei verschiedene (bekannte) Arten der Borreliose auftreten. Der deutsche Impfstoff hilft nur gegen die in Deutschland üblicherweise auftretende Variante. In Amerika treten wiederum andere Varianten der Borreliose auf. Reisen Sie also viel mit Ihrem Hund, so ist er nicht überall geschützt.

Früh erkannt lässt sich die Borreliose erfolgreich mit Hilfe von Antibiotika behandeln. In 50% der Infektionen entsteht um die Einstichstelle eine ringförmige, zentrifugal sich ausbreitende Hautrötung, die begleitet sein kann von einer grippeähnlichen Symptomatik mit Fieber, Lymphknotenschwellung, Gelenk- und Kopfschmerzen, außerdem Abgeschlagenheit. Bitte befragen Sie in diesen Fällen nach einem Zeckenbiss Ihren Arzt.

 


FSME - Frühsommer-Meningoenzephalitis

Die FSME ist eine Virusinfektion, die Erkrankungen der Hirnhäute, des Gehirns und Rückenmarks mit z.T. schweren Verläufen verursacht.

Erkranken Sie an FSME, so äußert sich dies meist mit einem Fieberanstieg mit grippalen Erscheinungen. Danach folgt ca. eine Woche ohne Symptome, um dann mit noch stärkerem Fieber und der dann meist entstehenden Hirnhautentzündung zurückzukehren.

Risikogebiete:
Die Zecken in Deutschland übertragen nicht überall FSME. In Baden-Württemberg geht man davon aus, dass ca. 5% der Zecken FSME übertragen. Das Robert-Koch-Institut führt deshalb eine Statistik je Landkreis und veröffentlicht auf Basis der Daten seit 1985 eine Risikoeinschätzung je Landkreis (der Landkreis Göppingen hatte in dieser Zeit keinerlei FSME-Fälle). Wohnen Sie also in einem risikobehafteten Landkreis oder werden Sie dort Ihren Urlaub im Freien (Campen, Wandern etc.) verbringen, sollten Sie eine Vorsorge in Erwägung ziehen.

Eine Impfung für den Mensch ist verfügbar. Bitte sprechen Sie dazu mit Ihrem Arzt.

Einen Impfstoff für Hunde gibt es Stand 2005 nicht. In Deutschland ist FSME bei Hunden selten.

 

Babesiose

Die Babesiose ist eine durch einen Parasiten (Babesia canis) hervorgerufene Krankheit. Sie war bis jetzt hauptsächlich als Reisekrankheit aus südlichen Ländern bekannt. Es können Menschen und Hunde angesteckt werden. Die Infektion bei Menschen ist sehr selten. Infektionen von Katzen sind ebenfalls sehr selten und konnten bis jetzt nur in Afrika, Indien und den USA nachgewiesen werden.

Babesiose führt zu hohem Fieber und Apathie. Nach einer Ruhephase kehrt die Krankheit wieder zurück und kann dann zu einer vergrößerten Milz, Gelbsucht, Bewegungsstörungen und epileptischen Anfällen führen.

Die Diskussion im Mai 2005 wurde durch eine Mitteilung der FU Berlin ausgelöst. In Berlin-Brandenburg breitet sich eine neue Zeckenart aus, die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus). Diese verbreitet verstärkt die Babesiose.

Die Krankheit wird beim Menschen im seltenen Infektions-Fall mit Malariamitteln erfolgreich behandelt.

Einen Impfstoff für Hunde gibt es Stand 2005 nicht. Der Krankheitsverlauf ist für Hunde sehr schwerwiegend, manchmal tödlich. Wird die Diagnose jedoch rechtzeitig gestellt, ist die Erkrankung durch spezielle Medikamente behandel- und heilbar. Leider sind die Medikamente für den Tierarzt nur in der internationalen Apotheke beziehbar und müssen in Deutschland auf eigenes Risiko angewendet werden, da sie nicht zugelassen sind. Die Erfahrungen im Ausland sind aber durchweg positiv.

 

Was ist nach einem Zeckenbiss tun?

Zunächst einmal: geraten Sie nicht in Panik.

  • Wer sagt, dass gerade Sie bzw. Ihr Haustier von einer infizierte Zecke gebissen wurden?
  • Wer sagt, dass gerade bei Ihnen bzw. Ihrem Haustier eine Infektion erfolgt?
  • Wer sagt, dass selbst wenn Sie infiziert wurden, Ihr Immunsystem bzw. das Ihres Haustieres die Krankheitserreger nicht besiegt (nur bei ca. 20% aller Infizierten bricht die Krankheit auch aus)?

Das Wichtigste ist, die Zecke schnell und sauber zu entfernen:

Schnell deshalb, da Studien gezeigt haben, dass die Infizierungsquote am Ende des Saugvorgangs wesentlich höher ist.

Sauber soll heißen, dass Sie die üblichen Hausmittelchen vergessen sollen: Das Tier nicht zerdrücken! Und auf keinen Fall mit Öl (oder auch Uhu) ersticken. In Todesangst presst die Zecke ihren Inhalt und damit auch die Krankheitserreger zurück in den Blutkreislauf des Wirts. Am elegantesten bekommt man eine Zecke mit einer sog. Zecken-Zange problemlos raus. Solche Zangen gibt es in der Apotheke, Tier-/Zoofachmärkten oder bei Ihrem Tierarzt. Schauen Sie, dass Sie möglichst nah an der Haut unter die Zecke kommen und drehen Sie die Zecke dann mit der Zange um sich selbst (wie rum ist dabei egal!). Das veranlasst die Zecke, den Biss selber zu lösen. Manch geübter Hundebesitzer mit langen Fingernägeln kann dies sogar ohne Zeckenzange mit den bloßen Fingern (wenn es einen dabei nicht zu sehr ekelt).

 


Wie kann ich Vorsorge treffen?

Fell bis auf die Haut scheiteln, damit man auch kleine Zecken findet
  • Soweit verfügbar und sinnvoll: Impfen lassen.
  • Bei Reisen über die Zeckengefahr am Reiseweg und -ziel informieren (z.B. beim Robert-Koch-Institut).
  • Für Haustiere gibt es entsprechende Mittel im Tier-/Zoofachmarkt. Sie sollten dazu aber auch Ihren Tierarzt befragen.
  • Zecken sitzen meist im hohen Gras (und lassen sich nicht von den Bäumen fallen, wie man früher glaubte). Meiden Sie bzw. Ihr Haustier also hohes Gras.
  • Suchen Sie sich bzw. Ihr Haustier nach jedem Spaziergang (zumindest in regelmäßigen Abständen) komplett ab.

 



Weiterführende Informationen

Robert-Koch-Institut
> Borreliose
> FSME

Bundesinstitut für Risikobewertung

Spezialseite eines Herstellers eines FSME-Impfstoffes
http://www.zecken.de/

Bitte beachten Sie unsere Hinweise zu externen Links.

FSME-Risikogebiete

Die aktuelle Karte vom Robert-Koch-Institut als PDF-Datei zum Download. Entnommen dem Bulletin 16/2005 vom 22. April 2005.

Download (ca. 80 kB)

Pressemeldung Landestierschutzverband

Die Meldung vom 6. Mai 2005 finden sie hier.

Stiftung Warentest
Zeckenmittel für Menschen
Zeckenmittel für Hunde
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