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12.05.2005 Gustl´s neues Zuhause

NWZ

Erscheinungsdatum: Donnerstag 12.05.2005

TIERDRAMA / Rechtsstreit um Jagdhund gilt als beigelegt

"Gustl" bekommt neues Zuhause

Happy End für "Gustl": Der Jagdhund, der 2002 in Hanau verschwunden und im Göppinger Tierheim wieder aufgetaucht war, bekommt ein neues Zuhause: Eine Familie aus dem Kreis kümmert sich um das Tier. Der Rechtsstreit um den Hund ist beendet.
HELGE THIELE

 

 
Am Samstag kann "Gustl" das Tierheim verlassen: Die Odyssee des Jagdhunds hatte die Justiz in zwei Bundesländern beschäftigt. FOTO: STAUFENPRESS
GÖPPINGEN Eberhard Neubrand ist zufrieden: Am Samstag kann der stellvertretende Chef des Göppinger Tierschutzvereins "Gustl" aus dem Tierheim entlassen und seinen neuen Besitzern, einer Familie aus dem Landkreis, übergeben. Neubrand musste lange auf diesen Moment warten. Fast zwei Jahre lang hatte der Verein mit dem bisherigen Besitzer um den Jagdhund gestritten, mehrere Gerichte hatten sich mit dem "Fall Gustl" beschäftigt. Vergangene Woche musste sich Neubrand gegen den Vorwurf der Hehlerei zur Wehr setzen - der Prozess vor dem Göppinger Amtsgericht endete mit einem Freispruch. Weder konnte bewiesen werden, dass der Hund tatsächlich, wie von seinem Besitzer behauptet, vor zweieinhalb Jahren in Hanau gestohlen wurde, noch gab es Anhaltspunkte dafür, dass sich Neubrand und andere Mitarbeiter des Vereins durch die Aufnahme und Vermittlung "Gustls" im Göppinger Tierheim bereichern wollten. Nur die Frage, wer den Jagdhund ausgerechnet nach Göppingen gebracht hat, blieb ungeklärt. Waren es militante Tierschützer, die "Gustl" in Hanau befreiten und über Kontakte nach Göppingen verfügten? Oder haben Privatleute den Hund gefunden?

Beendet ist auch der Zivilstreit vor dem Amtsgericht Hanau: Der bisherige Besitzer erhebt nach Angaben Neubrands keinen Anspruch mehr auf "Gustl" - im Gegenzug verzichtet der Göppinger Tierschutzverein darauf, dem Unternehmer aus Hessen die Futter- und Betreuungskosten in Rechnung zu stellen, die für "Gustl" in den vergangenen zwei Jahren im Tierheim angefallen sind. Das Amtsgericht Hanau habe die Akte endgültig geschlossen, so Neubrands Anwalt in einem Schreiben an den Tierschutzverein.

 

Dort ist man froh, dass die Hängepartie um "Gustl" zu Ende ist. "Wir haben mit dem Besitzer immer wieder verhandelt, erst wollte er uns ,Gustl zu einem utopischen Preis verkaufen, dann hat er sich ein Jahr lang nicht mehr gemeldet. Wir haben uns in dieser Zeit für den Hund aufgeopfert", berichten Eberhard Neubrand und Barbara Stangl, die für die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins zuständig ist. Umso größer ist ihre Freude, dass "Gustl" - inzwischen dreieinhalb Jahre alt - jetzt ein neues Zuhause bekommt.

 


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