Erscheinungsdatum: Dienstag 03.05.2005
Aus den Kreisvereinen
Tierschutzverein Göppingen
Neue Impulse und Anregungen sammeln, die Kommunikation mit kompetenten
Fachleuten suchen, ein Gedankenaustausch mit Gleichgesinnten, die sich ebenfalls
der "Wegwerfware Tier" annehmen - dies waren einige Beweggründe für einen
Informationsausflug von 40 "aktiven Ehrenamtlichen" des Göppinger
Tierschutzvereins zum Gnadenhof "Lebenswürde für Tiere" in Amtzell. Dort nimmt
man sich Hunden mit Aggressionsproblemen, misshandelten und deshalb
verhaltensauffälligen Tieren an. Beeindruckend war ein Rundgang auf dem sieben
Hektar großen Gelände, wo ständig zirka 300 Tiere - darunter Schweine, Ziegen,
Esel, aber auch Lamas und ein Kamel - beherbergt werden. Das Hauptinteresse der
Göppinger galt aber den Hunden. Von Christiane Rohn – der Hauptverantwortlichen
in Amtzell, deren Buch "Man nennt mich die Hundeflüsterin" im vergangenen
Dezember erschienen ist - war zu erfahren, dass das aggressive Verhalten vieler
Hunde auf Angst zurückzuführen sei und die Tiere dadurch versuchten, sich zu
wehren. Die Verständigung zwischen Hund und Mensch sei gestört und müsse wieder
aufgebaut werden. Ein weiterer Schwerpunkt war das Arbeitsgelände, wo Rohn den
Hunden auf spielerische Art - ohne Gewalt - hilft, wieder Vertrauen zum Menschen
zu erlangen. Ihre Arbeit beruht auf dem Respekt vor dem Tier und der genauen
Beobachtung und zeichnet sich durch großes Einfühlungsvermögen in die Psyche der
Tiere und Erfahrungen mit mehr als 3000 Hunden aus. Die Göppinger Ehrenamtlichen
kehrten mit neuem Mut zurück und hoffen, dass die Bevölkerung die Tierheimarbeit
weiterhin aktiv mit Spenden unterstützt.