Jahr 2012
Tierschutzverein Göppingen und Umgebung e.V.
Träger des Tierheims »Ulrich Schol«
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23.04.2005 Vereinsausflug

Neue Impulse u. Anregungen sammeln bzgl. Tierheim und Tierheimtiere, die Kommunikation mit kompetenten Fachleuten suchen, ein Gedankenaustausch mit Gleichgesinnten, welche sich ebenfalls der „Wegwerfware Tier“ annehmen, dies sind einige der Beweggründe der “Aktiven Ehrenamtlichen“ des Vereins, einen Vereinsausflug zu organisieren.

 

 

Tierschutzverein Göppingen besucht Gnadenhof im Allgäu

Erstmalig in der 65 jährigen Geschichte des Tierschutzvereins Göppingen u .U .e. V. wurde am 23. April 2005  ein Vereinsausflug durchgeführt.

 

 

Das Reiseziel sollte der Gnadenhof „Lebenswürde für Tiere e. V.“ in Amtzell sein. Dies ist ein Gnadenhof ganz besonderer Art, welcher den von Menschen geschundenen und beschädigten Tieren wieder ein Vertrauen zum Menschen vermitteln möchte und ihnen ein Leben in Würde ermöglichen soll. Die hauptverantwortliche Person für diesen Gnadenhof ist Frau Christiane Rohn. Schon einmal hatten wir den Kontakt zu dieser besonderen Frau gesucht, da wir mit einem extrem schweren Tierschutzfall die Hilfe und den Rat einer kompetenten Person benötigten und in Frau Rohn auch gefunden hatten. Fernsehsendungen und Interviews im Radio mit Frau Rohn im vergangenen Jahr sowie auch ihr im Dezember erschienenes Buch “Man nennt mich die Hundeflüsterin“ bestärkte uns darin, dass dies das richtige Ziel unseres Ausfluges ist.

 


Eine Gruppe von 40 aktiven ehrenamtlichen Mitgliedern machte sich mit großer Vorfreude auf die Reise nach Amtzell, wo sie aufs herzlichste empfangen wurde. Beeindruckend war ein Rundgang auf dem sieben Hektar großen Gelände, wo ständig ca. 300 Tiere beherbergt werden. Meist stammen diese Tiere aus Beschlagnahmungen (aggressive, schwer misshandelte oder nicht artgerecht gehaltene Tiere). Neben dem Hauptanteil, welchen Hunde und Pferde bilden, leben dort auch Schweine, Ziegen, Enten, Gänse, Schafe, Esel u.v.m. Sogar Lamas, Guanakos und ein Kamel haben dort ein friedliches Zuhause erhalten. Ihr vorheriges Leben verbrachten sie, abgemagert und krank, bei kleinen Wanderzirkussen, wo sie im Winter in Fußgängerzonen auch noch zum Betteln benutzt wurden.

 

 

Das Hauptinteresse unserer Gruppe galt aber den Hunden und deren Schicksale, wodurch sie auf den Hof kamen. Dabei war zu erfahren, dass das aggressive Verhalten vieler Hunde auf Angst zurückzuführen ist und die Hunde daher versuchen, sich zu wehren. Diese Erkenntnis bestätigt immer wieder, dass die Verständigung zwischen Hund und Mensch gestört wurde und wieder aufgebaut werden muss. Kann den Hunden das Vertrauen zum Menschen wieder vermittelt werden, sind sie auch zu einer neuen Partnerschaft mit dem Menschen bereit. Aber meist ist dies ein sehr langer Weg, welcher viel Geduld und Einfühlungsvermögen erfordert. Sehr interessant für unsere Gruppe war auch die Vermittlungsart dieser Tiere. Der Hund sucht sich seinen neuen Herrn aus. Das wichtigste hierbei ist, wie der Hund auf den Menschen reagiert, bevor es zu weiteren Kontaktaufnahmen und einer endgültigen Vermittlung kommt.

 

Ein weiterer Schwerpunkt für uns war das Arbeitsgelände, wo Frau Rohn den Hunden auf spielerische Art ohne Gewalt hilft, wieder ein Vertrauen zum Menschen zu erlangen. Ihre Art der Arbeit beruht auf dem Respekt vor dem Tier, der genauen Beobachtung, einem großen Einfühlungsvermögen und Erfahrungen mit über 3000 Hunden, wobei zu betonen ist, dass jedes Tier ein Individuum verkörpert. Frau Rohn hat die Gabe, sich in die Psyche der einzelnen Tiere hineinzudenken und zu erspüren.

 

 

 

Nach dieser lehrreichen Führung fand in einer sehr freundschaftlichen Atmosphäre ein reger Gedankenaustausch mit Frau Rohn statt. Gemeinsam fühlen wir uns verpflichtet, den „beschädigten Seelen“ der Tiere zu helfen. Aber ohne die Unterstützung der Gemeinden, ohne die Spendenbereitschaft der Bevölkerung ist diese wichtige Aufgabe nicht zu bewältigen. Mit neuem Mut und neuer Bestätigung zu unserer meist ehrenamtlichen Tätigkeit für unsere Tierheimtiere ging unsere Reise weiter in Schussenrieder Bierkrugmuseum mit angeschlossener Erlebnisbrauerei.

 


 
Dort konnten wir unseren Hunger und Durst stillen.

Nachdem uns der gemietete Bus wieder wohlbehalten im Tierheim ablieferte ging ein lange, erlebnisreicher und sehr schöner Tag zu Ende.

 

 


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