 |
 |
Coco
|
|
|
Wir drei haben uns prima aneinander gewöhnt. Coco ist noch immer ganz Dame,
das heißt etwas zurückhaltend. Und doch zeigt sie uns Ihre Zuneigung inzwischen
sehr deutlich. Kraulestunden sind angesagt - natürlich nur, wenn s i e will!
Klar, das akzeptieren wir. Beissen tut sie nur noch ganz zart und auch nur dann,
wenn es zum Spiel passt. Also Verletzungsgefahr besteht keine mehr! Ab und zu
"schnappe" ich mir Coco und trage sie eine Weile auf dem Arm spazieren. In
Verbindung mit "Halskraulen" geht das so etwa 5 Minuten. |
|
Dass wir akzeptiert wurden als "Bedienungspersonal" zeigt sie uns, indem
sie uns ebenso versorgt, wie wir sie, nur mit anderen Materialien: Sie bringt
Mäuse und Vögel und wir können ihr nicht verständlich machen, dass wir diese
Produkte nicht zu unseren Lieblingsspeisen zählen.
Im Garten unserer
Nachbarn steht ein Pfirsichbaum. Auf dessen Gipfel gibt es eine Stelle, von der
man äußerst günstig die Vögel auf dem Dach beäugen kann - Lieblingsplatz unserer
Coco!
Vor dem Haus streckt sich Coco oftmals lang und aalt sich in der
Sonne. Kommt jemand des Wegs und möchte sie etwa streicheln, wetzt sie wie
angebrannt hinter's Haus und sucht bei uns Schutz. Wenn wir sie dann empfangen,
behandelt sie uns wie langjährige Freunde!!
Kater in unserer
Nachbarschaft wurden auf Coco aufmerksam. Verständlich, denn sie ist ja wirklich
eine Katzenschönheit. Einer ist ganz besonders wild! Er ließ sich auch nicht
durch mein Auftauchen einschüchtern! Schon zweimal wurde bei der Jagd (uns ist
allerdings nicht ganz klar, wer wen jagt!!) die Katzenklappe am Hauseingang
eingerissen. Der Nachbarkater kommt Gott sei Dank nicht durch die Klappe, er
trommelt nur tierisch mit den Pfoten drauf. Nachbarn fragten uns schon, was denn
bei uns los sei. - Wir beruhigten sie.
Die Annäherung beider Katzen
brachte jedoch auch schon Tierarztbesuche mit sich. Coco bekam ein paar Schläge
ab, die sich entzündeten. Also, wieder Gang zum Tierarzt, wenn auch widerwillig,
denn durch Sterilisation und Impfung muss Coco schlechte Erinnerungen
haben.
Beim ersten Tierarztbesuch (nach einem entzündeten Zeckenbiss)
fühlte sie sich offensichtlich "ausgesetzt". Erst als wir zurück waren, kam die
Beruhigung. Und danach nutzten wir die Schmiegsamkeit unserer Schönen, um
zusätzliche Sympathiebeweise zu kassieren!! Egoistischer Mensch, der man ist,
genießt man so etwas!
Mein Mann, Karl, ist als Futtergeber bei Coco
einprogrammiert (Kann ich verstehen, da ich weiß, was es da für Leckereien
gibt!). Da er in der Nacht Medikamente einnehmen muss, ist das für Coco eine
zusätzliche Füttermöglichkeit. Dafür weckt sie uns pünktlich zwischen 5:30 und
6:00 Uhr. Wir schlafen bei offenem Fenster, haben die Schlafzimmertüre geöffnet
und bieten daher direkten Zutritt. Ein kurzes Miau heißt so viel wie; wollt Ihr
eigentlich gar nicht aufstehen?
Unsere Enkel arrangierten sich bestens
mit Coco: Paul lässt sie beim Eisenbahnfahren auf der Platte liegen; sie steigt
durch Spielsachen hindurch. Und Emely strampelt freudig aus der
Ferne.
Alles in allem - eine glückliche Gemeinschaft mit unserem
Katzentier! |
|
2. Tag - Montag, 23. Dezember 2002 Unterm Schrank war sie nicht mehr; wir
fanden sie in der Ecke neben dem Sofa und dem Bücherregal versteckt, auf dem
nackten Parkett! Allerdings musste sie in der Nacht zumindest ihre Kiste
inspiziert haben - es lagen Steinchen außerhalb. Ein "Geschäft" hat sie jedoch
nicht reingemacht. Tagsüber "besuchten" wir sie immer wieder. Als ich ihr am
Nachmittag eine Wolldecke "unterschob", flüchtete sie kurz, kam aber gleich
wieder nach hinten. Wolle spielen: kein Interesse. Faden nachrennen: kein
Interesse. Streicheln: bloß nicht. Aber schon jetzt drückt sie symbolisch die
Augen zu, wenn man länger auf sie einspricht. 19:15 Uhr: Sie läuft in die Küche
- und gleich wieder unter den alten Schrank im Wohnzimmer. Fressen also unterm
Schrank. 19:45 Uhr: Die Blase drängt, also schreitet sie auf ihre Toilette im
Flur vor der Küchentür. Inspektion der Küche: Sie sieht sich im Glas des Herdes
- nein, kein Spielpartner! Bei unserem Abendbrot 1. Versuch: Schinkenwurst.
Schmeckt prima! 2. Versuch: Butter auf dem ganzen Teller verstrichen: schmeckt
prima. Und das alles nach einem großen Teller Katzenfutter! Kurze Inspektion des
Wohnzimmers - und ab hinters Sofa! Spät, so gegen 22:45 Uhr lässt sie sich auf
ein Spielchen ein. Kaut am Geschenkband; vermittelt das Gefühl: es kann noch was
werden!
|
|
3. Tag - Dienstag, 24. Dezember 2002 Tagsüber versteckt sich Coco in der
Ecke zwischen Sofa und Bücherregal. Während des Kochens keine Möglichkeit, sie
aus der Versteckecke zu locken. Nur der Besuch der Toilette wird praktiziert.
Die Nacht nutzt Coco für Erkundigungen. Was gab es da alles zu erforschen! Das
Wohnzimmer! Coco: Nun stellen die da extra einen Tannenbaum auf! Für mich???
Zuerst auf Tauchstation hinter dem Sofa vor dem Bücherregal, und dann abwarten.
Relative Ruhe bis nach 16 Uhr. 19:30 Uhr Abendbesuch: Oma von oben. Inzwischen
Coco`s Inspektion des hinteren Zimmers. Um 22:10 gnädiger Besuch im Wohnzimmer.
Einstieg in das Spiel: " Ich renne nach dem Bändchen". Kurz wird der Eindruck
der Annäherung vermittelt. Danach wieder Rückzug. 0:17 Uhr. |
|
4. Tag - Mittwoch, 25. Dezember 2002 - 1. Weihnachtsfeiertag Heute ist
Besuch angesagt. Aus Pforzheim : Oma und Opa Becker. Aus Ludwigsburg: Die
Kinder, Robert und Peggy, mit Kindern: Linda, Paul und Emily. Mittagessen um
12:30 Uhr. Oma Lepski und Rainer, ein Freund von Robert aus Hamburg kommen auch
noch. Das sind einfach zu viele Leute. Gott sei Dank sucht keiner den
Kontakt mit Coco; das wäre einfach zu viel. Bis abends also: Tauchstation
zwischen Bücherregal und Sofa. Später Kontaktnahme mit der Hängepflanze auf der
alten Nähmaschine. Die Pflanze hängt ihre Blätter bis zum Boden - und das reizt
natürlich- Danach wieder das Spielchen-Zeremoniell bis ca. 24
Uhr.
|
|
5. Tag - Donnerstag, 26. Dezember 2002 - 2. Weihnachtsfeiertag Ruhe und
kein Stress. Jetzt turnt Coco schon um die Beine des Futterspenders. Kurzes
Streicheln war möglich, aber nur deshalb, weil sie kurz abgelenkt war. Der
Tannenbaum wird kaum beachtet; nur kurzes Schnuppern. Am Nachmittag schnupperte
sie kurz an meinen Füßen. Am Abend wollte sie auf den Hocker hüpfen, sah mich im
letzten Moment - und ging wieder zurück. Putenbraten schmeckt ausgezeichnet,
sogar aus der Hand!
|
|
6. Tag - Freitag, 27. Dezember 2002 Das Frühstück wird bereits in großer
Vertrautheit eingenommen. Karls Fuß als Holzpflock eingestuft und hängen
geblieben. Sie flüchtet nicht mehr bei jeder Gelegenheit in ihre Ecke, sondern
sucht unsere Gesellschaft. Allerdings: bei hektischer Bewegung sofort ab ins
nächste Zimmer! Zum Mittagessen gibt es Reste der Pute. Lockmittel für
Streicheleinheiten. Zum ersten Mal lässt sich Coco längere Zeit streicheln und
schmust sich - teils mit heftigen Stößen ein. Am Nachmittag machen wir einen
Ausflug. Somit kann sich Coco heute von uns erholen. Zurück kommen wir um 22
Uhr. Coco empfängt uns neugierig und ist sehr munter bis 24
Uhr.
|
|
7. Tag - Samstag, den 28. Dezember 2002 Heute längere Streicheleinheiten
beim Füttern (von der Pute haben wir einen größeren Vorrat als Katzenfutter
erklärt!). Schnurren während der Futter-Schmuseaktion, dass sich die Balken
biegen. Der Topf mit Katzengras findet Gefallen. An der Wohnzimmertür sitzt Coco
schnatternd, wenn draußen die Vögel sich im Knöterichbusch geschäftig
herumtreiben. Die warme Fensterbank wird eingenommen, dafür muss die
Weihnachtsdekoration Platz machen. Erstes Dekorstück (Papierstern mit Tesa an
der Scheibe befestigt) wird begutachtet - und abmontiert. Vielleicht meint sie,
Weihnachten sei ja vorbei? Mittagessen: erster Sprung auf den Stuhl. Unsere
Abwehr, als sie die Pfoten auf den Tisch legen wollte, nahm sie an. Mal sehen,
ob das anhält. (Sonst müssen wir halt wie bei unserer bisherigen Mieze weiterhin
schwindeln, wenn wir angeben: "Unsere Katze geht nicht auf den Tisch"!) Am Abend
legt sie sich auf den Wollteppich zu Karl aufs Sofa.
|
|
8. Tag - Sonntag, den 29. Dezember 2002 Heute kommt Enkeltochter Linda
(12) zu Besuch. Sie hat den direkten Draht zu Tieren. Coco ist ganz schön
zutraulich. Sie hält sich den ganzen Tag in unserer Nähe auf, futtert mit und
lässt sich schon 5 Minuten lang streicheln. Abends kurzer Besuch in Linda's
Schlafstube - aber, gleich wieder zurück. |
9. Tag - Montag, den 30. Dezember 2002 Wir sind morgens kurz weg, um
einzukaufen. Sonst in ständigem Kontakt mit der inzwischen streichelfreudigen
Coco. Heute sie erstmals die Hürde überschritten, lässt sie sich kraulen und
schmust mit. Dabei legt sie sich auf den Boden und wälzt sich immer wieder in
eine andere Position. Man muss nur aufpassen, und nicht in ihrer Kopfnähe
agieren, weil sie sonst urplötzlich erschrickt und das Weite sucht oder beißt.
Ansonsten: Neugierig, verspielt und fressgierig. Nach ihrem "Geschäft" wird eine
geballte Ladung Streu aufs Parkett gedonnert, als hätten wir dort Glatteis zu
bekämpfen! |
|
10. Tag - Dienstag, den 31. Dezember 2002 Linda fährt wieder heim, ganz
früh morgens, um ihren Reittermin nicht zu verpassen. Die Knaller, die bereits
heute immer wieder losballern, stören Coco eigentlich fast gar nicht. Für den
Abend haben wir Gäste eingeladen. Unsere Mieze zeigt sich von der kommunikativen
Seite und mischt sich mehr oder weniger unters Volk - königlich: mit gebührendem
Abstand, versteht sich. So nach dem Motto: Ihr könnt mich ruhig bewundern, mehr
aber auch nicht! Am Nachmittag gaben wir erstmals die Katzenklappe der
Wohnungstür zum Hausflur frei, damit Coco eventuell in der Silvesternacht in den
unteren Kellerbereich gehen kann. Katzenklappe ist klasse - Keller muss nicht
sein. Die Häppchen schmecken vorzüglich. Probiert wird fast alles. Je nach
Geschmacksrichtung ist streicheln gleich während des Fressens erlaubt, ansonsten
muss "das Personal" halt etwas warten. |
|
11. Tag - Mittwoch, den 01. Januar 2003 Das neue Jahr begann mit noch
größeren Vertrauensbeweisen. Die Schmusestunde wird inzwischen richtig genossen.
Nicht mehr nur von uns!! Coco hat ein unwahrscheinlich samtenes Fell. Und ein
weiterer Genuss: Das Kinderbett im hinteren Zimmer, welches für die kleinen
Enkelkinder reserviert ist, wenn sie bei uns schlafen. Na Prost! Das kann ja
heiter werden. Zwischendurch spielt Coco mit Erdnuss, Papierball, Holzstückchen
- was ihr halt so zwischen die Krallen kommt.
|
|
12. Tag - Donnerstag, den 02. Januar 2003 Heute war ein Tag zum
Faulenzen. Wir machten morgens einen 1-stündigen Spaziergang. Coco erkundet
weiter die Umgebung und rast immer wieder durch die Bude, als seien ihr Scharen
von Verfolgern hinterher. Das ist bestimmt der Ausgleich dafür, dass sie sich
den Garten durch die Glasscheibe betrachten muss - wo da doch so viele Vögel
zwitschern! Am Abend kamen die Sternsinger - ausgerechnet ins Wohnzimmer! Ab
hinters Sofa, sagte sich Coco. In der Nacht macht sie Erkundungstouren durch die
Wohnung und den Hausgang. |
|
13. Tag - Freitag, den 03. Januar 2003 Tagsüber üblicher Ablauf. Köstlich
ist, dass sich Coco inzwischen fast auf Kommando in der Küche oder im Wohnzimmer
langstreckt und sich nach Herzenslust kraulen und streicheln lässt. Ganz selten
zuckt sie noch kurz zusammen, wenn die Hand aus einer nicht erwarteten Richtung
kommt. Selbst kraulen am Hals und unterm Kinn ist genehmigt. Abends gehen
wir zum Konzert nach Stuttgart. Die Einrichtung ist unversehrt bei unserem
Heimkommen. Coco schlief auf dem Sofa. Allerdings hat sie eine neue Leidenschaft
entdeckt: Erde aus dem Katzengrastopf rausschaufeln und Handball damit spielen.
Das sieht zum Piepsen aus! |
|
14. Tag - Samstag, den 04. Januar 2003 Die Nacht verbringt Coco entweder
auf dem Sofa oder in ihrer selbstgewählten "Fluchtecke". Mehrmals am Tag kommt
sie und miaut einen von uns an, was heißt: spielen oder kraulen. Und abends
gegen 17 - 18 Uhr meldet sie Hunger an. Ansonsten wurde sie schon sehr vertraut;
wir verdrängen jedoch noch immer den Versuch, sie auf den Arm zu nehmen. Wir
warten einfach mal ab. Den Fensterplatz im Wohnzimmer räumten wir frei. Dort
liegt sie gerne und - schaut nach den Amseln! |
|
15. Tag - Sonntag, den 05. Januar 2003 Heute längeres Spielchen nach dem
Frühstück. Danach üblicher Ablauf. Wir faulenzten. Coco auch. Zwischendurch
angelt sie sich etwas aus dem Papierkorb, tobt damit. Am Abend schlüpfte sie
durch eine kleine Öffnung unter unsere Badewanne. Kam jedoch nach 5 Minuten von
alleine wieder zum Vorschein. Da müssen wir wohl längst Vergessenes beheben!!
Erfreuliches: Cocos Auge hat sich um einiges gebessert! Vielleicht wird's doch
noch! Das sollten sie über Ihren früheren Schützling einfach mal erfahren!
|
|
Einige Monate danach Juli 2003- 7 Monate Gemeinsamkeit Unsere Coco -
jetzt leben wir schon 7 Monate gemeinsam unter einem Dach. |
|
|
 |

|